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Ursprünge und Entwicklung der Freimaurerei in Stade

Wenn man sich mit diesem Thema auseinandersetzt, muss man zwangsläufig die politischen  Verhältnisse  der damaligen Zeit mit einbeziehen,  um den Zeitgeist - zumindest ansatzweise- zu erkennen.
Stade als Garnisonsstadt hatte in der Vergangenheit eine sehr wechselvolle Geschichte, von der die Gründung und Entwicklung der Stader Freimaurerlogen doch maßgeblich beeinflusst wurden.
Deutlich geprägt wurde Stade von der schwedischen Besatzung, die von 1645-1712, also 67 Jahre andauerte. Es folgten 3 Jahre dänische Herrschaft, bevor im Jahre 1715 das Königreich Hannover - seit 1714 mit Großbritannien in Personalunion vereint - die Herzogtümer Bremen und Verden mit dem Verwaltungssitz Stade für 600.000,-- Taler erwarb.
Ein Überbleibsel aus schwedischer Zeit war Stade erhalten geblieben: Die Stadt blieb Garnisonsstadt von strategiescher Bedeutung. Am Sande entstanden 1736 die ersten Kasernen und während des Siebenjährigen Krieges von 1756-1763, in dem Preußen mit Unterstützung Englands unter anderem gegen die Großmächte Russland, Österreich und Frankreich kämpfte, wurde in der Stadt zeitweise das englische Hauptquartier aufgeschlagen. Vom Stader Hafen zogen Truppen, die England zuvor angeworben hatte, zum Kampf nach Übersee; sie kämpften etwa in Nordamerika gegen französische Einheiten um die dortigen Kolonien.
In diese Zeit fiel auch die Gründung der ersten beiden Freimaurerlogen in Stade in den Jahren 1777 und 1787...

 


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Freimaurerei_in_Stade.pdf

Geschichtliches der "Friederike zur Unsterblichkeit"

 

Am 3. Juli 1845 hat unsere Loge von der Großloge des Königreiches Hannover die Genehmigung zur „Constitution“ erhalten. Im selben Jahr erteilte König Ernst August von Hannover, Großmeister der Ehrwürdigsten Großloge des Königreiches, das Patent zur Gründung der vollkommenen und gerechten St. Johannisloge “Friederike zur  Unsterblichkeit“  i.O. Stade. Die Installationsfeier, Stiftungsdatum der „Friederike“, wurde auf den 25. September 1845 festgelegt. Eröffnet wurde diese Festarbeit vom damaligen Großaufseher, Bruder Taberger. Nachdem die Konstitutions-Urkunde verlesen worden war, konnte der 1. Meister vom Stuhl unserer Loge, Bruder Wendelstadt, die Festarbeit weiterführen.

 

Der Name „Friederike zur Unsterblichkeit“ geht auf den Namen der 1841 gestorbenen Gemahlin des Königs Ernst August von Hannover zurück. Der Wahl des Namens lag eine patriotische Haltung der Logenmitglieder zugrunde und die Tatsache, dass Friederike humanistisches Gedankengut  in Handeln umsetzte, das auch den Freimaurern Grundlage ihres Wirkens ist.

 

 

 





Nach Besetzung und Annexion des Königreiches Hannover  durch Preußen ist unsere Loge am 16. Mai 1868 in die preußische Großloge „Royal York genannt zur Freundschaft“ übernommen worden.

 

Im Jahr 1870, zum 25. Stiftungsfest, erwarb man ein eigenes Logenhaus in der Schmiedestrasse Nr. 262.

 

Das 50-jährige Stiftungsfest wurde 1895 im Hotel des Bruders Birnbaum gefeiert, weil die Räumlichkeiten im eigenen Haus nicht ausreichten. Das Logenhaus blieb aber in der Schmiedestraße (heute Große-Schmiede-Straße Nr. 5).

 

Während des 1. Weltkrieges nahm die Großloge  den  Namen „Große Loge von Preußen“ an. Das Hotel Birnbaum wurde 1924 als neues Logenhaus gekauft, denn 1925 betrug die Zahl der Mitglieder immerhin 100 Brüder.

 

Unsere Loge musste sich 1934, wie alle anderen Logen auch, auflösen. Die Gestapo beschlagnahmte das gesamte Logeninventar und verschleppte es nach Wesermünde.

 

Nach dem 2. Weltkrieg versammelten sich im Oktober 1945 fünfzehn Brüder im Hotel Birnbaum und gründeten das sog. „Freimaurerische Kränzchen“. Im Januar 1947 wurde beschlossen, unserer Loge wieder einzusetzen. Zuvor musste allerdings die britische Militärregierung ihre Genehmigung erteilen.

 

Als Logenhaus diente zunächst das Gebäude des Heimat– und Geschichtsvereins in der Eisenbahnstrasse, ab Februar 1955 das unter schwierigen Umständen zurück erhaltene Hotel Birnbaum.

 

Seit dem 1. Juni 1965 ist unsere Loge in der Freiburger Strasse Nr. 1. Mit sehr viel Engagement haben die Brüder seither das Haus, das inzwischen unter Denkmalschutz steht, zu einem Schmuckstück der Stadt Stade gemacht.





Logenhaus Freiburger Strasse 1


1977 veranstaltete unsere Loge eine viel beachtete Ausstellung mit dem Titel „200 Jahre Freimaurerei in Stade“. Die Stadtsparkasse stellte dazu ihre Räume zur Verfügung.

 

Die 150 Jahr Feier wurde am 15. August 1995 mit einem Festakt im Stader Rathaus eingeleitet und mit der anschließenden Eröffnung einer umfangreichen, vierwöchigen freimaurerischen Ausstellung im Schwedenspeicher begleitet. Das eigentliche Stiftungsfest  fand dann am 7. Oktober im Königsmarksaal des Rathauses unter Teilnahme von mehr als 240 Brüdern aus nah und fern statt.

 

Die Mitgliederzahl  der „Friederike“ beträgt heute etwa 65 Brüder.