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Er bewacht Geheimnisse

 

Wilhelm Hoch ist neuer Meister der Freimaurerloge

Lingg zur Brudertreue in Bad Hersfeld

 

Von Judith Strecker

 

Bad Hersfeld. Dreieck, Winkel, Zirkel und Co., die Symbole der Freimaurer, findet man nicht nur in den Büchern von Dan Brown, sondern auch in Bad Hersfeld. Schließlich ist dort die Freimaurerloge Lingg zur Brudertreue ansässig. Und sie hat einen neuen Vorsitzenden: Wilhelm Hoch aus Schlitz. Oder besser: einen neuen Meister vom Stuhl. Für die kommenden zwei Jahre wird der 63-Jährige für das freimaurerische Gedankengut in der Simon-Haune-Straße 1 eintreten.

 

An der Fassade des herrschaftlichen Gebäudes prangen Winkel und Zirkel im Sandstein. Als Wilhelm Hoch die knarrende Tür aus Holz öffnet, blitzt eine Anstecknadel am Revers seines Anzugs, die ebenfalls die Freimaurer-Symbole zeigt. Dass es viele Vorstellungen und Vorurteile gegen die Freimaurerei gibt, weiß Hoch. Und er klärt auf. Genauso wie die Romanfigur Robert Langdon, die Autor Brown in seinem neuen Werk "Das verlorene Symbol" in einer Vorlesung sagen lässt: "Die Freimaurer sind keine Geheimgesellschaft, sondern eine Gesellschaft mit Geheimnissen." Ein wichtiger Unterschied, findet auch Hoch, während er beteuert, nie ein Buch von Brown gelesen zu haben.

Für den 63-jährigen selbstständigen Steuerberater bedeutet die Freimaurerei stete Arbeit an seiner Persönlichkeit, seinem Wissensstand: "Durch die Rituale wird man innerlich gefestigt. Ich bin selbstbewusster geworden." Um sich zu bilden, besucht er Vorlesungen an der Universität Frankfurt. Wichtiger noch sei aber die Tempelarbeit zweimal im Monat. Neben dem Rituellen hält immer einer der Brüder einen Vortrag zu einem vorher festgelegten wissenschaftlichen Thema. Über Religion und Politik wird nicht diskutiert.

Seit 1999 gehört Wilhelm Hoch der Hersfelder Bruderloge an. Bevor er sich jedoch Bruder Wilhelm nennen durfte, nahm er an mehreren Gästeabenden teil. Das war die Voraussetzung für die Aufnahme in die heute 21 Mitglieder zählende Loge, denn "beide Seiten müssen sich kennen lernen. Es werden nur die aufgenommen, die in den Kreis passen." Da es nur vier Gästeabende pro Jahr im Hersfelder Logenhaus gibt, dauerte es knapp ein Jahr, bis Hoch offiziell Freimaurer wurde. Heute hat er die Grade von Lehrling und Geselle durchlaufen und ist ein Meister im 30. Grad.

Sichtbare Freimaurerzeichen tragen nicht alle seiner Mitbrüder. Die kommen aus Hersfeld-Rotenburg, aber auch aus Fulda, Kassel und dem Vogelsbergkreis. Viele möchten nicht, dass jemand von ihrer Mitgliedschaft erfährt: "Sie befürchten zum Beispiel Stress mit ihrem Arbeitgeber und geben sich deshalb nicht zu erkennen." Geheimnisse spielen beim Ausleben der Freimaurerei eine große Rolle: "Verschwiegenheit über manche Dinge ist ein äußeres Zeichen dafür, dass alles, was wir unter uns besprechen, auch unter uns bleibt."

So erklärt Wilhelm Hoch einem Außenstehenden keineswegs die Bedeutung der freimaurerischen Symbole, die in der Loge von Wänden, Bildern, Stühlen und Kerzenständern blinken. "Das finden Sie heute doch alles im Internet. Sogar unser Losungswort. Es ist schließlich schon 450 Jahre alt", sagt er und lächelt . Zwei Stunden Suche ergaben viele Hinweise. Aber kein geheimes Losungswort.

 

Hersfelder Zeitung vom 19.12.2009