Ich beschäftige mich mit den Einflüssen bzw. der Präsenz ägyptischer Religion in der Freimaurerei. Neben Mozarts Zauberflöte und der bekannten Symbolik, versuche ich derzeit außerdem etwas zu Ägyptologen zu finden, die den Freimaurern angehörten.
Kategorie: Allgemein, Esoterik, GeschichteSatanismus und Freimaurerei
Kategorie: Allgemein, Esoterik, AngriffeWird es von Freimaurern erwartet, bestimmte Rituale auszuüben die dem "großen Baumeister" huldigen, oder besteht die einzige Huldigung aus der Arbeit an sich selbst, also dem groben Stein?
Kategorie: Esoterik, ReligionWorin besteht der Unterschied zwischen den Freimaurern und den Rosenkreuzern?
Kategorie: Esoterik, GeschichteWie stehen die Freimaurer zu den Lehren des Rosenkreuzers, der Anthroposophie und zu dem Christus, als Mysterium?
Kategorie: Esoterik, ReligionKönnen sie genaueres über die Verbindung zwischen R. Steiner und den Freimaurern sagen?
Kategorie: Esoterik, PersonenNach welchen Kriterien werden die Grade vergeben oder erworben und was bedeuten sie?
Kategorie: Allgemein, Symbole, Esoterik, RitualIch beschäftige mich mit den Einflüssen bzw. der Präsenz ägyptischer Religion in der Freimaurerei. Neben Mozarts Zauberflöte und der bekannten Symbolik, versuche ich derzeit außerdem etwas zu Ägyptologen zu finden, die den Freimaurern angehörten.
Die Frage nach Ägypten und der Ägyptologie in der Freimaurerei ist alt und heiß umstritten. Der Einfluss eines gewissen "Ägyptizismus" oder auch einer "Ägyptomanie" ist in der Freimaurerei ist ja unverkennbar - Sie sprachen selbst die Zauberflöte an, und die Beispiele liessen sich ohne weiteres vermehren. Gerade das 18. Jahrhundert war extrem anfällig dafür, wie das Beispiel des Hochstaplers und Schwindlers Alexander Graf v. Cagliostro (1743-1795) zeigt, der eine eigene, selbsterfundene "ägyptische" Freimaurerei entwickelte und propagierte. Auch die Hochgradsysteme des 1805 gegründeten sog. "Misraim-Ritus" und des konkurrierenden, ebenfalls stark ägyptisierenden Memphis-Ritus (seit 1814) - beide heute unbedeutend - wären hier zu erwähnen, sowie auch der immer wieder reichliche Gebrauch ägyptischer oder ägyptisierender Motive in einzelnen freimaurerischen Graden und Systemen. Bereits 1782 z.B. entstand das (sicher freimaurerische) "ägyptische" Ritualbuch "Krata Repoa" - ohne daß damals schon die literarischen Quellen Ägypten erschlossen waren, ja, schlimmer noch: etwa gleichzeitig (1784) hatte ja kein geringerer als Johann Gottfried Herder noch vehement bestritten, daß es sich bei den Hieroglyphen überhaupt um ein brauchbares Schriftsystem handeln könne - ein reines Phatasieprodukt also!
All dies ist natürlich kultur- und geistesgeschichtlich im Zusammenhang mit einer allgemeinen "Ägyptomanie" im 18. und 19. Jahrhundert und den ägyptisierenden Einflüssen bis in Literatur und Kunst (Empire-Stil, Orientalismus, etc) hinein zu sehen. Noch im 18. und fürhen 19. Jahrhundert galt Ägypten unbestritten als die weltweit älteste literarisch (durch griechisch-lateinische Klassiker) und archäologisch erschliessbare Hochkultur überhaupt - wozu der Ägypten-Feldzug Napoleons (1798-1801) nicht unerheblich beitrug. Erst mit dem hier entdeckten Rosette-Stein wurde in den 20er Jahren des 19.Jahrhundert die Entschlüsselung der ägyptischen Schrift und Sprache möglich, und somit allmählich im Laufe des 19. Jh.s der Zugriff auf ägyptische Originalquellen. Mit der philologisch-wissenschaftlichen Erschliessung des wirklichen alten Ägyptens jenseits von Sekundärüberlieferungen und phantasievollen Spekulationen (samt Schwindeleien und Hochstapelei) ließ auch der Ägyptizismus-Einfluß auf die Freimaurerei gegen Ende des 19. Jh.s nach, zumal nun in der zweiten Hälfte des 19. und zu Beginn des 20. Jh.s sukzessive weitere alte und ältere (orientalische) Hochkulturen archäologisch und literarisch erschlossen wurden (babylonisch-assyrisch, sumerisch, hethitisch, ugaritisch, etc). Sie alle mussten das fälschlich mystifizierende und romantisierende Ägypten-Bild auch in der Freimaurerei letztlich relativieren und hier einen (freilich zähen und langsamen) Prozess der nüchternen Ent-Ägyptisierung einleiten.
Ich würde die nüchterne These wagen:
Wenn man im 18. Jahrhundert so viel monumentales Anschauungsmaterial und so reichliche Sekundärüberlieferungen über die Babylonier/Assyrer, oder gar über die Sumerer oder Hethiter gehabt hätte, wie man es von den Ägyptern hatte, ohne auch nur deren Sprache und Schrift schon zu verstehen, dann hätte auch die Geschichte der Freimaurerei im 18./19. Jahrhundert eine andere Wendung genommen, und statt eines Memphis- und Misraim-Ritus hätte es vielleicht einen 'Assur- und Hattusha-Ritus' gegeben.
All dies sind Äußerlichkeiten. Der Kern der Freimaurerei liegt weder in Ägypten, noch in Babylon, weder im alten Israel oder in kabbalistischen Geheimnissen, noch überhaupt in Geheimnissen der Vergangenheit, sondern im Tun und Streben eines aufrechten, human gesinnten Menschen in der Gegenwart.
Ihr spezielle Frage nach Ägyptologen, die ebenfalls Freimaurer waren, dürfte schwer zu beantworten sein. Mir persönlich sind auch aus anderen Bereichen der Altertumswissenschaften im 18. oder 19. Jh. nur sehr wenige zweifelsfrei als Freimaurer bekannt. Wissenschaftler, die ja zumeist an staatlichen, dem jeweiligen Landesfürsten unterstellten Universitäten tätig waren, dürften sich in der Regel, wenn sie Freimaurer waren, in der Regel sehr zurückhaltend verhalten haben. Noch für das 19. Jahrhundert ist es daher in vielen Fällen sehr schwer, überhaupt nachzuweisen, ob ein Wissenschaflter Freimaurer war - ohne 'gezielten Verdacht' wird man hier kaum weiterkommen. Es gibt auch zu viele Gerüchte über angebliche Mitgliedschaft bei berühmten Männern, ohne daß der Nachweis wirklich erbracht werden kann, und oft dienten solche Gerüchte auch nur der Sensationsgier oder Wichtigtuerei.
Satanismus und Freimaurerei
Komplette Frage
"Könnten Sie vielleicht eine ebenso kurze wie knackige Antworte in ihre FAQs bezüglich "Satanismus und Freimaurerei" aufnehmen? Was halten Sie zB von der Gnostischen Kultusgemeinde in Wien, von der Church of Satan, oder ist dies für Freimaurer eher lächerlich als ernstzunehmen?
(Bekannte aus dem christlichen Spektrum sind immer noch ernsthaft davon überzeugt, dass an der Spitze der Initiationsgrade der "organisierte Satanismus" stünde...;) Hierzu nur einmal folgender Link, in dem die angeblichen Stufen dargestellt werden.)"
Antwort
"Zur gnostischen Kultusgemeinde in Wien und zur Church of Satan erlaube ich mir mangels näherer Kenntnis keine Meinung. Und zu dem genannten Link: Warum soll ein Verschwörungsparanoiker nicht damit selig werden? Für denkende Leser ist diese Absonderung nicht mal mehr erheiternd, da zum x-ten Mal wiedergekäut."
Wird es von Freimaurern erwartet, bestimmte Rituale auszuüben die dem "großen Baumeister" huldigen, oder besteht die einzige Huldigung aus der Arbeit an sich selbst, also dem groben Stein?
Die Freimaurerei ist als Kind - oder Wegbereiterin - der Aufklärung ausschliesslich diesseitsbezogen, und Esoterik verstehen wir im ursprünglichen Wortsinn (anders, als dies heute modisch ist) als Gegensatz zur Exoterik, also als Beschäftigung nach Innen, mit dem eigenen Rauhen Stein.
Die Maurerei ist auch weder Religion noch Religionsersatz.
Den Grossen Baumeister sehen wir als Symbol, nicht als eine Personifizierung. Er steht dafür, dass wir neben der aufklärungstypischen Ratio die Existenz einer wie auch immer gearteten höheren Ordnung annehmen, der wir Respekt zollen.
Damit kann ein Agnostiker leben und ein religiös gebundener Bruder wird ebenfalls keine Probleme damit haben, seinen persönlichen Gott an die Stelle des Grossen Baumeisters zu setzen.
Worin besteht der Unterschied zwischen den Freimaurern und den Rosenkreuzern?
'Rosenkreuzer' ist ein sehr umfassender Begriff, denn im Gegensatz zur Freimaurerei, die trotz mancher historischen oder geographischen Spielart doch im Grundsätzlichen einen durchgehenden 'roten Faden' erkennen lässt, steht der Begriff 'Rosenkreuzer' für eine Vielzahl von Organisationen mit divergierenden Lehrinhalten.
Der Name geht auf Christian Rosenkreuz zurück, eine wohl eher symbolische als wirklich historische Figur aus 'Chymische Hochzeit Christiani Rosencreutz.
Anno 1459', durch den württembergischen Pastor Johann Valentin Andreae (1586-1654) verfasst und 1616 veröffentlicht.
R. habe auf der Grundlage alter orientalischer Geheimlehren eine 'universelle harmonische Wissenschaft' wiederbelebt, die es ihm ermöglichte, Europa religiös, politisch, wissenschaftlich und künstlerisch zu erwecken.
Der Rosenkreuzer will auf mystischem Wege bestimmte magische Techniken erwerben, um die Fähigkeiten seines eigenen Körpers besser zu nutzen, ihn gegen Alter und Krankheit zu stählen.
Zusammenhänge, die modern als 'psychosomatisch' bezeichnet werden, werden erkannt.
Schädliche Lebensformen sind zu meiden.
Auf geistigem Gebiet könnte man das Schlagwort 'Spirituelle Alchimie' nennen.
Die durch Andreaes Schriften initiierte Rosenkreuzer-Bewegung lässt sich organisatorisch nicht konkretisieren.
Um die Mitte des 18. Jahrhunderts finden wir vor allem in Deutschland einen 'Orden der Gold- und Rosenkreuzer', über den ebenfalls wenig bekannt ist.
Er soll sich allmählich zu einer christlichen Sekte mit alchimistischen Tendenzen gewandelt haben.
Als 'Jesusorden' 1777 reformiert versuchten die Rosenkreuzer eine Brücke zur Freimaurerei herzustellen, indem sie diese als ihre Erfindung darstellten und behaupteten, nur ihre Ordensoberen verstünden die geheimen Sinn der freimaurerischen Symbolik.
Um 1780 entstand in Amsterdam der Geheimbund der 'Asiatischen Brüder vom Rosenkreuz'. Er ging bald an der Geldgier seiner Oberen zugrunde.
1909 gründete der Theosoph Max Heindel in den USA die 'Rosenkreuzergemeinschaft'. Sie wurde dort 1936 verboten, soll jedoch seit 1945 in der Bundesrepublik bis heute existieren. 1925 wurde in Haarlem die 'Internationale Schule des Rosenkreuzes' (Lectorium Rosicrucianum) gegründet, das heute als 'Esoterische Gemeinschaft der Rosenkreuzer Sivas' fortbesteht.
Wenn heute der Begriff 'Rosenkreuzer' genannt wird, ist in der Regel 'Ancient and Mystical Order Rosae Crucis (AMORC)' gemeint, eine um 1915 im kalifornischen San José entstandene Organisation.
Folgend eine Selbstaussage des Ordens:
'AMORC, der Alte und Mystische Orden vom Rosenkreuz, ist eine 'Fraternität' modern denkender Männer und Frauen, die den spirituellen Entwicklungsweg des Rosenkreuzes gehen.
Ein Orden ist dabei weder ein Kloster noch etwas abgeschiedenes, sondern ein Zusammenschluss auf der spirituellen Ebene.
Auf dieses Kraftfeld kann sich der Studierende des Rosenkreuzes abstimmen, um so Unterstützung, Schutz und Inspiration auf seinem Weg zu erhalten.
AMORC lehrt einen westlichen Einweihungsweg, auf der Tradition der alten Mysterienschulen beruhend.'
Der Orden unterhält eine Niederlassung in Baden-Baden und tritt durch regelmäßige Inserate in Tageszeitungen in Erscheinung.
Für weitergehende Informationen empfehle ich Terhart 'Einweihungslehren' bei Goldmann als Taschenbuch (1996).
Wie stehen die Freimaurer zu den Lehren des Rosenkreuzers, der Anthroposophie und zu dem Christus, als Mysterium?
In die Freimaurerei des 18. Jahrhunderts sind sicher rosenkreuzerische Elemente eingeflossen, vor allem in die sog. Hochgradsysteme, da es zu jener Zeit etliche personelle Überschneidungen beider Strömungen gab.
Die Anthroposophie respektive Rudolf Steiner bediente sich durchaus aus dem reichen Fundus des freimaurerischen Gedankengutes, so dass es hier gewisse inhaltliche Berührungspunkte gibt.
Mir ist nicht ganz klar, was Sie unter 'Christus als Mysterium' verstehen.
Da die Freimaurerei aus der Tradition der Dombauhütten entstand, gibt es vor allem in den sog. altpreußischen Logen wie 'Große Landesloge der Freimaurer von Deutschland - Freimaurerorden' und der 'Großen Nationalen Mutterloge zu den 3 Weltkugeln' vielfältige Bezüge zu Leben und Wirken von Christus.
Bei der größten, humanistisch ausgerichteten, deutschen Großloge der 'Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland' spielt Christus jedoch keine explizite Rolle.
Können sie genaueres über die Verbindung zwischen R. Steiner und den Freimaurern sagen?
R.Steiner hatte keine Verbindungen zur regulären Freimaurerei.
Er war ztw. Mitglied im O.T.O. (Orientalischer Templer Orden).
Ich weiß zu wenig von der Anthroposophie um Ihre 2. Frage beantworten zu können.
Buchtipp: BINDER, Dieter A.: Die diskrete Gesellschaft. Geschichte und Symbolik der Freimaurerei. 2. überarb. Aufl. Graz: Styria 1995, 239 S. mit zahlr. Abb.
Wann und wo die erste Loge gegründet wurde ist nicht bekannt.
Am 24.6.1717 schlossen sich in London vier bestehende Logen zu einer Großloge zusammen. Dies ist für uns der Beginn der modernen Maurerei.
Nach welchen Kriterien werden die Grade vergeben oder erworben und was bedeuten sie?
Die Grade der Freimaurerei sind eine historische Übernahme aus der Tradition der Werkmaurerei, aus der die (sogenannte spekulative, also moderne) Freimaurerei hervorgegangen ist.
Der neu aufgenommene Bruder Freimaurer ist zunächst Lehrling.
Schlagwort dieses Grades ist 'Schau in Dich' - Aufforderung zur Selbsterkenntnis, Anregung zum An-sich-selber-arbeiten.
Je nach Brauch der einzelnen Loge erfolgt die Beförderung zum Gesellen nach ein bis zwei Jahren.
Hier bedeutet 'Schau um Dich' den Hinweis auf die Einbindung in die menschliche Gesellschaft, die sozialen Verpflichtungen, aber auch auf das Leben schlechthin mit allen seinen Höhen und Tiefen.
Wenn nach weiteren ein bis zwei Jahren die Erhebung zum Meister erfolgt, wird, dieser mit 'Schau über Dich' auf die Endlichkeit unserer irdischen Existenz hingewiesen.
Der Meistergrad beschäftigt sich mit dem Sinn des Lebens und dessen Ende.
Die Bedeutung der Grade für das Erleben und die Entwicklung des einzelnen Freimaurers ist wesentlich größer als ihre Rolle im Logenleben.
Die meisten Logen sind eingetragene Vereine, deren Satzungen jedem Mitglied unabhängig von seinem Grad im wesentlichen die gleichen Rechte und Pflichten zuweisen.
Natürlich werden die Brüder nicht gerade den jüngsten Lehrling zu ihrem vorsitzenden Meister wählen.