Ich beschäftige mich mit den Einflüssen bzw. der Präsenz ägyptischer Religion in der Freimaurerei. Neben Mozarts Zauberflöte und der bekannten Symbolik, versuche ich derzeit außerdem etwas zu Ägyptologen zu finden, die den Freimaurern angehörten.
Kategorie: Allgemein, Esoterik, GeschichteGibt es eine Verbindung zwischen Freimaurern und der Organisation der Skull & Bones?
Kategorie: Geschichte, ReligionGibt es Informationen über andere musiker in der Loge v. W.A.Mozart oder Logen dieser Zeit?
Kategorie: Geschichte, PersonenAuf einer Briefmarke habe ich gesehen, dass es ein Freimaurer-Museum gibt, das jetzt 100 Jahre alt ist.
Kategorie: Geschichte, SonstigesMich würde die historische Bedeutung der Freimaurerei interessieren!?
Kategorie: GeschichteWie kann ich herausfinden, ob mein Ur-Ur-Großvater, bzw. dessen Vater, einer Freimaurerloge angehört hat?
Kategorie: Geschichte, SonstigesIst es wahr dass Freimaurer in Deutschland, insbesondere Mitglieder der Großloge zur Sonne Bayreuth, ab 1934 anstatt Winkel und Zirkel ein Vergissmeinnicht in der Öffentlichkeit trugen?
Kategorie: Symbole, Geschichte, NS-Zeit, SonstigesManche Logen führen den Namen des Br. Mozart. Sind diese auf W. A. Mozart in irgend einer Weise spezialisiert, verfügen Sie über Material zum Thema Mozart?
Kategorie: Geschichte, Literatur, PersonenWelche Ideen liegen den Bauhütten des 17.Jhdts. zugrunde, die auf die Menschenschulung übertragen wurden?
Kategorie: GeschichteIch interessiere mich für Leo Müffelmann, den Gründer der Symbolischen Großloge von Deutschland.
Kategorie: Geschichte, NS-Zeit, PersonenIch recherchiere zur Zeit über die Verbindungen Wellingtons und der Dynastie Sachsen-Coburg-Gotha Hannover zur Freimaurerei habe bis jetzt in Portugal und England sehr wenig gefunden.
Kategorie: Geschichte, PersonenHat die 'Lehrlingssäule' in Rosslyn Chapel/Scotland eine Bedeutung für die Freimaurerei?
Kategorie: GeschichteWorin besteht der Unterschied zwischen den Freimaurern und den Rosenkreuzern?
Kategorie: Esoterik, GeschichteIst die Freimaurerei wirklich nur die Nachfolgerin der mittelalterlichen Zünfte der Bauhütten, oder sind Feimaurer die 'Nachfahren' des Ordens der Templer?
Kategorie: GeschichteWo finde ich Informationen über Freimaurerei in Osteuropa in Geschichte und Gegenwart.
Kategorie: GeschichteFreimaurer und die Illuminaten?
Kategorie: GeschichteWas hat die katholische Kirche nur gegen die Freimaurer?
Kategorie: Geschichte, Religion, AngriffeWie sehen Sie diese Zusammenhänge und 'lebt' der Templerorden in irgendeiner Form in der Freimaurerei fort?
Kategorie: GeschichteIch beschäftige mich mit den Einflüssen bzw. der Präsenz ägyptischer Religion in der Freimaurerei. Neben Mozarts Zauberflöte und der bekannten Symbolik, versuche ich derzeit außerdem etwas zu Ägyptologen zu finden, die den Freimaurern angehörten.
Die Frage nach Ägypten und der Ägyptologie in der Freimaurerei ist alt und heiß umstritten. Der Einfluss eines gewissen "Ägyptizismus" oder auch einer "Ägyptomanie" ist in der Freimaurerei ist ja unverkennbar - Sie sprachen selbst die Zauberflöte an, und die Beispiele liessen sich ohne weiteres vermehren. Gerade das 18. Jahrhundert war extrem anfällig dafür, wie das Beispiel des Hochstaplers und Schwindlers Alexander Graf v. Cagliostro (1743-1795) zeigt, der eine eigene, selbsterfundene "ägyptische" Freimaurerei entwickelte und propagierte. Auch die Hochgradsysteme des 1805 gegründeten sog. "Misraim-Ritus" und des konkurrierenden, ebenfalls stark ägyptisierenden Memphis-Ritus (seit 1814) - beide heute unbedeutend - wären hier zu erwähnen, sowie auch der immer wieder reichliche Gebrauch ägyptischer oder ägyptisierender Motive in einzelnen freimaurerischen Graden und Systemen. Bereits 1782 z.B. entstand das (sicher freimaurerische) "ägyptische" Ritualbuch "Krata Repoa" - ohne daß damals schon die literarischen Quellen Ägypten erschlossen waren, ja, schlimmer noch: etwa gleichzeitig (1784) hatte ja kein geringerer als Johann Gottfried Herder noch vehement bestritten, daß es sich bei den Hieroglyphen überhaupt um ein brauchbares Schriftsystem handeln könne - ein reines Phatasieprodukt also!
All dies ist natürlich kultur- und geistesgeschichtlich im Zusammenhang mit einer allgemeinen "Ägyptomanie" im 18. und 19. Jahrhundert und den ägyptisierenden Einflüssen bis in Literatur und Kunst (Empire-Stil, Orientalismus, etc) hinein zu sehen. Noch im 18. und fürhen 19. Jahrhundert galt Ägypten unbestritten als die weltweit älteste literarisch (durch griechisch-lateinische Klassiker) und archäologisch erschliessbare Hochkultur überhaupt - wozu der Ägypten-Feldzug Napoleons (1798-1801) nicht unerheblich beitrug. Erst mit dem hier entdeckten Rosette-Stein wurde in den 20er Jahren des 19.Jahrhundert die Entschlüsselung der ägyptischen Schrift und Sprache möglich, und somit allmählich im Laufe des 19. Jh.s der Zugriff auf ägyptische Originalquellen. Mit der philologisch-wissenschaftlichen Erschliessung des wirklichen alten Ägyptens jenseits von Sekundärüberlieferungen und phantasievollen Spekulationen (samt Schwindeleien und Hochstapelei) ließ auch der Ägyptizismus-Einfluß auf die Freimaurerei gegen Ende des 19. Jh.s nach, zumal nun in der zweiten Hälfte des 19. und zu Beginn des 20. Jh.s sukzessive weitere alte und ältere (orientalische) Hochkulturen archäologisch und literarisch erschlossen wurden (babylonisch-assyrisch, sumerisch, hethitisch, ugaritisch, etc). Sie alle mussten das fälschlich mystifizierende und romantisierende Ägypten-Bild auch in der Freimaurerei letztlich relativieren und hier einen (freilich zähen und langsamen) Prozess der nüchternen Ent-Ägyptisierung einleiten.
Ich würde die nüchterne These wagen:
Wenn man im 18. Jahrhundert so viel monumentales Anschauungsmaterial und so reichliche Sekundärüberlieferungen über die Babylonier/Assyrer, oder gar über die Sumerer oder Hethiter gehabt hätte, wie man es von den Ägyptern hatte, ohne auch nur deren Sprache und Schrift schon zu verstehen, dann hätte auch die Geschichte der Freimaurerei im 18./19. Jahrhundert eine andere Wendung genommen, und statt eines Memphis- und Misraim-Ritus hätte es vielleicht einen 'Assur- und Hattusha-Ritus' gegeben.
All dies sind Äußerlichkeiten. Der Kern der Freimaurerei liegt weder in Ägypten, noch in Babylon, weder im alten Israel oder in kabbalistischen Geheimnissen, noch überhaupt in Geheimnissen der Vergangenheit, sondern im Tun und Streben eines aufrechten, human gesinnten Menschen in der Gegenwart.
Ihr spezielle Frage nach Ägyptologen, die ebenfalls Freimaurer waren, dürfte schwer zu beantworten sein. Mir persönlich sind auch aus anderen Bereichen der Altertumswissenschaften im 18. oder 19. Jh. nur sehr wenige zweifelsfrei als Freimaurer bekannt. Wissenschaftler, die ja zumeist an staatlichen, dem jeweiligen Landesfürsten unterstellten Universitäten tätig waren, dürften sich in der Regel, wenn sie Freimaurer waren, in der Regel sehr zurückhaltend verhalten haben. Noch für das 19. Jahrhundert ist es daher in vielen Fällen sehr schwer, überhaupt nachzuweisen, ob ein Wissenschaflter Freimaurer war - ohne 'gezielten Verdacht' wird man hier kaum weiterkommen. Es gibt auch zu viele Gerüchte über angebliche Mitgliedschaft bei berühmten Männern, ohne daß der Nachweis wirklich erbracht werden kann, und oft dienten solche Gerüchte auch nur der Sensationsgier oder Wichtigtuerei.
Gibt es eine Verbindung zwischen Freimaurern und der Organisation der Skull & Bones?
Zwischen Freimaurerei und Skull & Bones bestehen keinerlei Verbindungen.
Gibt es Informationen über andere musiker in der Loge v. W.A.Mozart oder Logen dieser Zeit?
Es gibt Informationen. Der DFM - Deutscher Freimaurer Verlag, wird in Kürze ein Buch über freimaurerische Musiker herausgeben. Wenn Sie mich nach Oktober 2009 nochmals anschreiben, kann ich Ihnen näheres dazu sagen.
Auf einer Briefmarke habe ich gesehen, dass es ein Freimaurer-Museum gibt, das jetzt 100 Jahre alt ist.
Das Deutsche Freimaurermuseum in Bayreuth besteht seit nunmehr 100 Jahre.
Der Museumsgeburtstag wird am 8. Juni 2002 in Bayreuth öffentlich gefeiert.
Die Öffnungszeiten des Museums sind Dienstag bis Freitag 10-12 und 14-16 Uhr , am Samstag 10-12 Uhr.
Sie finden es präsentiert auf der Homepage
www.freimaurer.org/museum
Mich würde die historische Bedeutung der Freimaurerei interessieren!?
Die Bedeutung der Freimaurerei liegt wohl weniger in diesen äußeren Ereignissen als darin, dass sie Menschen miteinander in dauerhaften Freundschaften zu verbinden versteht, die sich sonst einander nie begegnet wären.
Die Selbstverpflichtung, den Menschen nicht nach seiner Religion, Nationalität oder politischen Ansicht zu beurteilen, sondern allein die Tatsache seines Menschseins in den Mittelpunkt der Betrachtung zu stellen, macht die Freimaurerei jedoch gewiss zu einer Verbindung, die Netzwerke geschaffen hat und das Bewusstsein für ein gleichberechtigtes Neben- und Miteinander stärkte.
Den Einfluss auf historische Gegebenheiten hatte niemals _die_ Freimaurerei alleine, sondern deren Brüder, die deren Gedanken hinausgetragen und Wirklichkeit haben werden lassen.
Wie kann ich herausfinden, ob mein Ur-Ur-Großvater, bzw. dessen Vater, einer Freimaurerloge angehört hat?
Wenn Sie nähere Angaben zu Ihrem Großvater haben, hilft Ihnen das Deutsche Freimaurermuseum gegen eine kleine Gebühr gerne weiter.
museum.bayreuth@freimaurer.org
Ist es wahr dass Freimaurer in Deutschland, insbesondere Mitglieder der Großloge zur Sonne Bayreuth, ab 1934 anstatt Winkel und Zirkel ein Vergissmeinnicht in der Öffentlichkeit trugen?
Winkelmaß und Zirkel wurden vor 1934 und auch heute von vielen Freimaurern, als Anstecknadel oder Ringschmuck getragen.
Das Vergissmeinnicht war 1928 das Tagungsabzeichen beim Großlogentag der GL von Bayreuth.
Als ein ähnliches Abzeichen während der Nazi-Zeit als Spendenabzeichen des Winterhilfswerkes herausgebracht wurde, soll es von einigen Freimaurern als geheimes Erkennungszeichen benutzt worden sein.
Manche Logen führen den Namen des Br. Mozart. Sind diese auf W. A. Mozart in irgend einer Weise spezialisiert, verfügen Sie über Material zum Thema Mozart?
Es gibt zahlreiche Logen im In- und Ausland, die den Namen Mozart in ihrem Logennamen verwenden.
Das bedeutet nicht, dass man sich auf Mozart spezialisiert hätte.
Es gibt umfangreiche Literatur über Mozart und die Freimaurerei.
Welche Ideen liegen den Bauhütten des 17.Jhdts. zugrunde, die auf die Menschenschulung übertragen wurden?
In der Tat haben wir es hier mit einer allmählichen Entwicklung zu tun, die mit dem Niedergang der zünftischen Bauhütten des Mittelalters einsetzt, die auf die - so würden wir es heute formulieren - clevere Idee verfielen, zahlungskräftige oder/und einflussreiche Nichtfachleute zu integrieren, denen sie neben der vielleicht gar nicht so interessanten Vermittlung von Berufsgeheimnissen gewisse Vorteile bieten konnten wie Freizügigkeit, erleichterte internationale Kontakte, Religionsfreiheit und eine eigene Gerichtsbarkeit, also Freiheiten, von denen der einfache Bürger in Zeiten des Absolutismus kaum zu träumen wagte.
Etwa im Zeitraum von 1600 bis 1700 wandelten sich in England so vormals reine Bauwerkervereinigungen allmählich in 'moderne', spekulative Logen um, in denen die 'angenommenen' Nichtfachleute die Mehrheit erreichten, die jedoch aus einleuchtenden Gründen das überkommene Brauchtum unverändert weiterpflegten und, da sie für Hammer und Senkblei keine praktische Verwendung mehr hatten, die Zunftwerkzeuge zu Symbolen 'umfunktionierten' und dergestalt als Hilfsmittel einer 'spirituellen Berufsausbildung' weiter einsetzen konnten.
Ich interessiere mich für Leo Müffelmann, den Gründer der Symbolischen Großloge von Deutschland.
L.M. lebte von 1881 bis 1934. Er wurde 1913 von seinem Vater aufgenommen und gründete mit ihm die Berliner Loge 'Zu den Alten Pflichten'.
Wegen seiner internationalen Beziehungen wurde er angefeindet und musste 1928 seine Loge verlassen und schloss sich der Wiener Loge 'Labor' an.
1929 erhielt er den 33°.
1930 gründete er mit Anderen die 'Symbolische Großloge von Deutschland' deren Großmeister er wurde.
1931 wurde eine Loge dieses Systems in Jerusalem gegründet.
Nach der Machtübernahme der Nazis ließ M. die deutschen Logen schließen und überbrachte das Licht seiner Großloge nach Jerusalem.
Im September 1933 wurde M. von den Nazis verhaftet und kam bis zum Ende des Jahres in das KZ Sonnenberg.
1934 ist M. an den Folgen der Haftbedingungen gestorben.
Ich recherchiere zur Zeit über die Verbindungen Wellingtons und der Dynastie Sachsen-Coburg-Gotha Hannover zur Freimaurerei habe bis jetzt in Portugal und England sehr wenig gefunden.
Laut Internationalem Freimaurer-Lexikon von Lennhoff/Posner wurde Wellington 1790 zu Trim (Irland) in die Loge Nr. 494 aufgenommen, hat dies aber später geleugnet.
Seine Unterschrift auf einem Logenpapier ist jedoch erhalten.
Die Verbindungen zwischen dem englischen Königshaus und der Freimaurerei wurden sehr detailliert mit vielen Quellenangaben untersucht in einem 1943 erschienenen Buch von Hans Riegelmann 'Die europäischen Dynastien in ihrem Verhältnis zur Freimaurerei'.
Die übliche politische Antifärbung eines in der NS-Zeit publizierten Buches muss man halt überlesen, im übrigen ist die wissenschaftliche Substanz gut.
Das Werk wurde als Nachdruck im rechten 'Verlag für ganzheitliche Forschung und Kultur' (Postfach 1, D-25884 Vioel) 1985 neu aufgelegt und ist dort noch zu beziehen.
Hat die 'Lehrlingssäule' in Rosslyn Chapel/Scotland eine Bedeutung für die Freimaurerei?
Der Übergang von den praktisch arbeitenden Mitgliedern der Dombauhütten zur 'spekulativen' Freimaurerei war ein langwieriger Prozess.
Die Gründung der ersten Großloge 1717 in London war nicht der Beginn, sondern der Schlusspunkt dieser Entwicklung.
Wir haben keine historisch gesicherten Erkenntnisse über den Beginn, als die ersten Bauhütten begannen, Nichtfachleute als Mitglieder aufzunehmen.
Im Falle Rosslyn ist allerdings bekannt, dass das dortige Adelsgeschlecht der Sinclairs bzw. St. Clairs große Förderer der Baukunst waren und durch die Werkmaurer in die Zunftgeheimnisse eingeweiht wurden.
Die Lehrlingssäule, eigentlich die ganze Kapelle, ist daher als steingewordene Dokumentation eines frühen Gebrauchs der freimaurerischen Symbole von großem Interesse.
Worin besteht der Unterschied zwischen den Freimaurern und den Rosenkreuzern?
'Rosenkreuzer' ist ein sehr umfassender Begriff, denn im Gegensatz zur Freimaurerei, die trotz mancher historischen oder geographischen Spielart doch im Grundsätzlichen einen durchgehenden 'roten Faden' erkennen lässt, steht der Begriff 'Rosenkreuzer' für eine Vielzahl von Organisationen mit divergierenden Lehrinhalten.
Der Name geht auf Christian Rosenkreuz zurück, eine wohl eher symbolische als wirklich historische Figur aus 'Chymische Hochzeit Christiani Rosencreutz.
Anno 1459', durch den württembergischen Pastor Johann Valentin Andreae (1586-1654) verfasst und 1616 veröffentlicht.
R. habe auf der Grundlage alter orientalischer Geheimlehren eine 'universelle harmonische Wissenschaft' wiederbelebt, die es ihm ermöglichte, Europa religiös, politisch, wissenschaftlich und künstlerisch zu erwecken.
Der Rosenkreuzer will auf mystischem Wege bestimmte magische Techniken erwerben, um die Fähigkeiten seines eigenen Körpers besser zu nutzen, ihn gegen Alter und Krankheit zu stählen.
Zusammenhänge, die modern als 'psychosomatisch' bezeichnet werden, werden erkannt.
Schädliche Lebensformen sind zu meiden.
Auf geistigem Gebiet könnte man das Schlagwort 'Spirituelle Alchimie' nennen.
Die durch Andreaes Schriften initiierte Rosenkreuzer-Bewegung lässt sich organisatorisch nicht konkretisieren.
Um die Mitte des 18. Jahrhunderts finden wir vor allem in Deutschland einen 'Orden der Gold- und Rosenkreuzer', über den ebenfalls wenig bekannt ist.
Er soll sich allmählich zu einer christlichen Sekte mit alchimistischen Tendenzen gewandelt haben.
Als 'Jesusorden' 1777 reformiert versuchten die Rosenkreuzer eine Brücke zur Freimaurerei herzustellen, indem sie diese als ihre Erfindung darstellten und behaupteten, nur ihre Ordensoberen verstünden die geheimen Sinn der freimaurerischen Symbolik.
Um 1780 entstand in Amsterdam der Geheimbund der 'Asiatischen Brüder vom Rosenkreuz'. Er ging bald an der Geldgier seiner Oberen zugrunde.
1909 gründete der Theosoph Max Heindel in den USA die 'Rosenkreuzergemeinschaft'. Sie wurde dort 1936 verboten, soll jedoch seit 1945 in der Bundesrepublik bis heute existieren. 1925 wurde in Haarlem die 'Internationale Schule des Rosenkreuzes' (Lectorium Rosicrucianum) gegründet, das heute als 'Esoterische Gemeinschaft der Rosenkreuzer Sivas' fortbesteht.
Wenn heute der Begriff 'Rosenkreuzer' genannt wird, ist in der Regel 'Ancient and Mystical Order Rosae Crucis (AMORC)' gemeint, eine um 1915 im kalifornischen San José entstandene Organisation.
Folgend eine Selbstaussage des Ordens:
'AMORC, der Alte und Mystische Orden vom Rosenkreuz, ist eine 'Fraternität' modern denkender Männer und Frauen, die den spirituellen Entwicklungsweg des Rosenkreuzes gehen.
Ein Orden ist dabei weder ein Kloster noch etwas abgeschiedenes, sondern ein Zusammenschluss auf der spirituellen Ebene.
Auf dieses Kraftfeld kann sich der Studierende des Rosenkreuzes abstimmen, um so Unterstützung, Schutz und Inspiration auf seinem Weg zu erhalten.
AMORC lehrt einen westlichen Einweihungsweg, auf der Tradition der alten Mysterienschulen beruhend.'
Der Orden unterhält eine Niederlassung in Baden-Baden und tritt durch regelmäßige Inserate in Tageszeitungen in Erscheinung.
Für weitergehende Informationen empfehle ich Terhart 'Einweihungslehren' bei Goldmann als Taschenbuch (1996).
Ist die Freimaurerei wirklich nur die Nachfolgerin der mittelalterlichen Zünfte der Bauhütten, oder sind Feimaurer die 'Nachfahren' des Ordens der Templer?
Ihre Fragestellung lässt mich vermuten, dass Sie eines der in der letzten Zeit publizierten Bücher wie 'Der Tempel und die Logen' von Baigent/Leigh oder 'Unter den Tempeln Jerusalems' von Knight/Lomas gelesen haben.
Die letztgenannten Autoren gehen ja sogar noch weiter bis ins alte Ägypten ca. 3000 v.Chr. zurück.
So spannend sich diese Bücher - teilweise - lesen, habe ich doch den Eindruck, dass sie wissenschaftlichen Ansprüchen wohl kaum genügen.
Ich weiß von keinem eindeutigen Beweis, dass die Freimaurerei in ihrer modernen, spekulativen Form organisatorisch andere Ursprünge aufweisen kann als die Herkunft aus den englischen Bauhütten des ausgehenden 17. Jahrhunderts.
Dass sich ungeachtet fehlender organisatorischer Brücken manche freimaurerischen (oder sich so nennende) Systeme vor allem in der zweiten Hälfte des 18. und im 19. Jahrhundert wie manche Hochgradsysteme noch heute als in der Tradition templerischen Gedankenguts stehend sehen wie auch als Bewahrer des Brauchtums antiker Mysterienbünde, ist ein anderes Kapitel.
Ich persönlich habe da so meine Probleme damit.
Schon deshalb, weil sich das angeblich mündlich tradierte 'Geheimwissen' seiner Natur nach nicht verifizieren lässt.
Aber auch deshalb, weil die Freimaurerei auch ohne solche schmückenden Legenden eine großartige, ja - wie man sie auch nennt - eine 'königliche Kunst' ist.
Wo finde ich Informationen über Freimaurerei in Osteuropa in Geschichte und Gegenwart.
Das - im Handel derzeit vergriffene, angeblich demnächst wieder erscheinende - Internationale Freimaurerlexikon von Lennhoff/Posner (Faksimile der Ausgabe von 1932, Amalthea-Verlag) enthält umfangreiche Angaben zu den einzelnen osteuropäischen Ländern (z.B. Russland S.1355 - 1363).
Einer der profiliertesten Freimaurer-Gegner in den 20er Jahren war der russische Universitätsprofessor Schwartz-Bostunitsch, dessen Werk 'Die Freimaurerei' auch heute noch lesenswert ist.
Riegelmann veröffentlichte 1943 im Nordlandverlag sein Werk 'Die Europaeischen Dynastien in ihrem Verhältnis zur Freimaurerei', als Reprint beim (rechten) 'Verlag für ganzheitliche Forschung und Kultur', Struckum 1985. Er behandelt neben Russland Griechenland, Serbien bzw. Jugoslawien, Rumänien und Bulgarien.
Die relativ zahlreich in den 40er Jahren in NS-Deutschland veröffentlichten wissenschaftlichen Publikationen zur, wie es damals hieß, 'Freimaurerfrage' sind im allgemeinen recht brauchbar.
Verfügten die Autoren doch über Unmengen an authentischem Material aus den Hunderten beschlagnahmten Logenarchiven in ganz Mitteleuropa.
Was die Gegenwart anbetrifft, gibt es meines Wissens noch keine umfassende Literatur.
Die Freimaurerei war ja bis zu den Umbrüchen im gesamten Ostblock verboten. Inzwischen bestehen in fast allen ehemaligen Ostblockstaaten wieder Logen und Großlogen.
Freimaurer und die Illuminaten?
Die Illuminaten als historische Erscheinung darf ich Ihnen als (gekürztes) Zitat aus dem Internationalen Freimaurerlexikon von Lennhoff/Posner definieren:
'In den 70er Jahren des 18. Jahrhunderts in Bayern gegründeter Geheimorden.
Stifter war der Ingolstädter Professor Adolf Weishaupt, der nach dem organisatorischen Vorbild des Jesuitenordens eine 'geheime Weisheitsschule' ins Leben rufen wollte, in der die besten jungen Akademiker unbehindert von den traditionellen Fesseln alles das lernen sollten, was die Priester von den Lehrstühlen verbannt hatten.
Die Dürftigkeit des Ordensaufbaus brachte schon bald nach der Gründung eine Schwächeperiode.
Man suchte deshalb Anlehnung bei der Freimaurerei, erhielt durch die Berliner Großloge Royal York ein Patent für die Münchner Loge 'Theodor zum guten Rat', die man dann für unabhängig erklärte und in den Illuminaten-Orden überführte.
Durch den bekannten Freiherrn von Knigge wurde dann ein neuer Ordensplan ausgearbeitet, der drei Klassen mit jeweils mehreren Graden vorsah.
Die mittlere Klasse vereinnahmte die drei freimaurerischen Grade des Lehrlings, Gesellen und Meisters sowie zwei weitere Abteilungen.
Der Orden wurde 1784 durch Kurfürst Karl Theodor verboten und stellte 1785 auch außerhalb Bayerns seine Tätigkeit ein.
1906 wurde in Berlin ein neuer Illuminaten-Orden ins Leben gerufen, der wie sein historisches Vorbild auch freimaurerische Grade übernahm, ohne jemals Beziehungen zur regulären Freimaurerei gehabt zu haben.'
Soweit nach Lennhoff/Posner.
Die 'Modernen Illuminaten' dürften ihr organisatorisches Ende spätestens mit Beginn des 3. Reichs gefunden haben.
In der Literatur der 60er Jahre erscheint ein 'Ordo Illuminatorum Germaniae' als 'Weltbund der Illuminaten' vereinzelt unter einer Bad Godesberger Anschrift.
Näheres hierzu ist mir nicht bekannt.
In dem Goldmann-Taschenbuch von Terhart 'Einweihungslehren', das mir insgesamt nicht sonderlich fundiert erscheint, wird in einem Nebensatz behauptet, aktive Illuminaten-Logen fände man heutzutage in den USA.
Vielleicht hängt diese Behauptung damit zusammen, dass bestimmte moderne Gegnerschriften aus dem fundamentalistisch-klerikalen Lager immer wieder die alte Schauergeschichte aufwärmen, dass die Pyramide auf dem Dollarschein der USA eine Verschlüsselung der geheimen Weltbeherrscher darstelle.
Dort wird eine abenteuerliche Deutung der Pyramidenstufen publiziert:
Von unten nach oben finden sich einträchtig Freimaurer, Rotarier und Lions, Kommunismus(!), Grand Orient, B'nai B'rith, ein Komitee der 300, ein Rat der 33, die Familie Rothschild u.s.w. bis zum 'Auge Luzifers' versammelt, wobei die oberen Stufen (ohne Luzifer!!) als 'Illuminati' zusammen gefasst werden.
Keine dieser historischen oder neueren oder, falls es sie überhaupt gibt, zeitgenössischen Illuminaten hatten jemals mit der regulären Freimaurerei irgendwelche Beziehungen.
Natürlich sind Doppelmitgliedschaften möglich, bei den 'historischen Illuminaten' teilweise sogar bekannt (Goethe!).
Was hat die katholische Kirche nur gegen die Freimaurer?
Vor 1737 gab es sogar eine Loge in Rom.
Dann kam zunächst Politik ins Spiel - Oranier gegen Stuarts, eine wilde Spionagegeschichte in der römischen Loge, die letzte Hoffnung des Papstes auf eine Wiedererstehung des römischen Katholizismus in England in der Person des Thronprätendenten Jakob III. usw. 1737 dann die erste Bulle gegen die Freimaurerei, begründet mit deren religiösen Toleranz und 'geheimen Wirken'.
Es folgten unzählige Verdammungen - die theologischen Begründungen entsprachen inhaltlich im Wesentlichen den aktuellen Stellungnahmen.
Wie sehen Sie diese Zusammenhänge und 'lebt' der Templerorden in irgendeiner Form in der Freimaurerei fort?
Die um die Mitte des 18. Jh. aufgetauchte falsche Anschauung, die Freimaurerei sei die legitime Fortsetzung des Tempelherrenordens, führte zur Bildung von templerischen Freimaurersysteme, deren bekannteste die 'Strikte Observanz' (1751-1782) war und bildet heute noch die Grundlage für die Gradlegenden in verschiedenen weiterführenden Systemen wie z.B. der Schwedischen Lehrart und dem Alten und Angenommenen Schottischen Ritus.
Die von den Großlogen praktizierte, sogen. 'blaue Maurerei' basiert auf der Bauhüttentradition.