Was stellen die Schädel für eine Bedeutung dar?
Kategorie: RitualGibt es keine Verwirrung, wenn sich Brüder aus Logen, die nach Schröderschem Ritual arbeiten, zu Besuch bei anderen Logen einfinden? Welche und wie viele unterschiedliche Rituale werden denn bei Ihnen bearbeitet?
Kategorie: Logen, RitualIst das Initiationsritual mit (körperlichen) Schmerzen verbunden? Dürfte ich mir sicher sein, keinen Zuständen ausgesetzt zu werden die ich selbst nicht möchte?
Kategorie: RitualWie findet man als Suchender einen Bürgen?
Kategorie: Allgemein, Logen, Ritual, SonstigesDen Alten Pflichten nach soll ein Meister nur einen Lehrling aufnehmen, der unversehrt ist. Kann demzufolge ein Blinder einer Loge beitreten?
Kategorie: Allgemein, Ritual, SonstigesWas genau ist unter Initiation zu verstehen?
Kategorie: Allgemein, RitualIch hörte von Begräbnisformen in einer besonderen Art und Weise für Freimaurer.
Kategorie: Ritual, SonstigesBesteht eine Pflicht dazu, in den Logen bekannt gegebene Erkennungszeichen öffentlich zu tragen?
Kategorie: RitualIhre Beschreibung der Tafelloge in der FAQ lässt den Verdacht aufkommen, dass es sich bei der Freimaurerei um eine 'Saufkumpanei' handelt.
Kategorie: RitualWie lautet der Sinnspruch der Freimaurer, also das übergeordnete Prinzip dem sich jeder Freimaurer primär zu unterwerfen hat.
Kategorie: RitualIst es richtig dass bei der Aufnahme in die Loge (bzw. danach) ein Eid geleistet wird?
Kategorie: RitualNach welchen Kriterien werden die Grade vergeben oder erworben und was bedeuten sie?
Kategorie: Allgemein, Symbole, Esoterik, RitualWas stellen die Schädel für eine Bedeutung dar?
Der Schädel ist ein Symbol des Todes, mit dem sich die Freimaurer im Ritual des Meistergrades auseinandersetzen.
Gibt es keine Verwirrung, wenn sich Brüder aus Logen, die nach Schröderschem Ritual arbeiten, zu Besuch bei anderen Logen einfinden? Welche und wie viele unterschiedliche Rituale werden denn bei Ihnen bearbeitet?
Ihre Anfrage bezüglich der unterschiedlichen Rituale ehrt uns und zeigt uns, dass sich auch Außenstehenden intensiv mit dem Wesen der Freimaurerei beschäftigen.
Eine Vereinigung, die sich humanitären Zielsetzungen verschrieben hat und mittlerweile fast dreihundert Jahre als organisatorischer Verbund besteht, ist in dieser Zeit natürlich manchen Wandlungen unterworfen, auch manchen Irrungen und Wirrungen. Der deutsche Föderlismus und die Kleinstaaterei hat ein übriges dazu beigetragen, dass sich bei uns unterschiedliche Logensysteme mit unterschiedlichen Rituallelementen entwickeln konnten und der von unseren Vorvätern geträumte Traum von einer einzigen deutschen Großloge erst nach dem 2. Weltkrieg wenigstens teilweise verwirklicht werden konnte. Dieses Einigungswerk ist untrennbar verbunden mit dem Namen Dr.Theodor Vogel. Ihm gelang es, die divergierenden Strömungen zu kanalisieren, allerdings unter dem Zugeständnis der sog. Ritualfreiheit, d.h., die Logen konnten ihre bisherigen Rituale im wesentlichen unverändert beibehalten und weiter bearbeiten.
Da aber alle freimaurerischen Rituale auf der ganzen Welt nach den gleichen Prinzipien aufgebaut sind, die gleichen Symbole und symbolhaften Handlungen vorherrschen, ist jeder Bruder Freimaurer in jeder Loge auf der Erde, die er besucht, willkommen und fühlt sich heimisch und vertraut. Die unterschiedlichen Ritualtexte werden zur Nebensache, andererseits auch zur Hauptsache, denn es ist sehr spannend und horizonterweiternd, seine (zunächst fremden) Mitbrüdern bei ihrer Arbeit zu beobachten und dann selber "Steine auf's Baugerüst" zu tragen, wie die Brr. Freimaurer das in ihrer Symbolsprache ausdrücken würden.
Die Lehrartunterschiede, die die mehr christlich orientierten Logen von den sog.humanitären Logen unterscheiden, werden im Bestreben nach Gemeinsamkeit schnell zur Marginalie. Wie alle Vergleiche, so hinkt natürlich auch der Vergleich zwischen dem protestantischen und dem katholischen Ritus in den christlichen Kirchen, aber sie alle fühlen sich als Christen, und ein Katholik wird sich in einem evangelischen Gottesdienst ebenso zu recht finden wie umgekehrt. Und die Frage, nach welchem Ritual eine Loge arbeitet bzw.welcher Großloge gleich Lehrart eine Loge angehört, ergibt sich aus den Logendaten, die im Internet nachzulesen sind, wenn man nicht direkt fragen will.
Also zusammengefaßt: Es gibt unterschiedliche Rituale, aber es gibt keine Verwirrungen, wenn man Logen anderer Lehrart und anderer ritueller Traditionen besucht. Besuche sind immer lehrreich und fördern den Gemeinschaftssinn.
Ist das Initiationsritual mit (körperlichen) Schmerzen verbunden? Dürfte ich mir sicher sein, keinen Zuständen ausgesetzt zu werden die ich selbst nicht möchte?
Ich kann natürlich nichts über Initiationspraktiken sagen, die obskure Vereinigungen pflegen, vielleicht solche, die Sie früher mal genannt haben. Für eine reguläe Loge kann ich Ihnen hingegen verbindlich versichern, dass Schmerzen, gleich welcher Art, ganz bestimmt nicht Gegenstand einer frm. Initiation sind, ebensowenig irgendwelche Zustände, die Sie selbst nicht möchten. Außerdem könnten Sie zu jeder Zeit die Aufnahmehandlung verlassen, Sie werden sogar wiederholt aufgefordert, Ihre Entscheidung evtl. noch einmal zu überdenken.
Die ganze Aufnahme besteht aus einer Reihe symbolischer Handlungen und Erklärungen, die mit Ihnen gemeinsam durchgespielt werden. Soviel kann ich verraten: Sie erleben eine symbolische (völlig schmerzfreie) Geburt, die Sie aus Ihrer bisherigen profanen Welt in eine neue freimaurerische Existenz führt. Hierbei geschieht nichts, was Sie, Ihren Körper, Ihren Geist, Ihre Würde im geringsten beeinträchtigen würde. Es ist vielmehr ein erhebendes, würdiges Erlebnis, das Sie bei anderen Aufnahmen später immer wieder nacherleben werden und das Ihnen lebenslang unvergesslich bleiben wird - schließlich schließen Sie ja auch einen Bund fürs Leben.
Wie findet man als Suchender einen Bürgen?
Die Anfrage lautet präzise:
"Als Suchender, bzw. Anwärter zum Lehrlingsgrad braucht man einen Bürgen, richtig? > Frage: Wie findet, oder bekommt man diesen?
Danach muß man ein so genanntes Prüfungsverfahren "durchlaufen", bzw bestehen, richtig? Dort werden u.a. drei Meister, mit Recherchen über den Suchenden beauftragt (freier Mann, von gutem Rufe)... In welchem Umfang werden diese Recherchen durchgeführt und wie muß man sich das vorstellen? Ich phantasiere mal >>> Wird die Nachbarschaft befragt, evtl. die Firma in der man arbeitet begutachtet, oder Immobilieneigentum und Vermögensverhältnisse eingesehen, oder, oder...? Was ist wichtig und was nicht, und vor allem warum ist das so?
Vorab, über mich!
Ich habe ein großes Bedürfnis mich der Freimaurerei anzunähern, da ich glaube, mich umfangreich informiert zu haben und ein gewisses Interesse besteht, aber u.a. o.g. Fragen lassen mich noch zweifeln an einem Gästeabend teilzunehmen."
Antwort:
"Die Frage der Bürgschaft für einen Suchenden klärt sich im allgemeinen im Laufe des Kennenlernprozesses. Üblicherweise wird ein Interessant an der Freimaurerei mehrere Monate, bei manchen Logen bis zu einen Jahr oder länger Gast der entsprechenden Veranstaltungen sein, und während dieser Zeit bilden sich Bekanntschaften, manchmal sogar schon Freundschaften heraus. Man trifft sich auch außerhalb der Loge, um bei gemeinsamen Aktivitäten sich kennen zu lernen und in persönlichen Gesprächen alle die FM betreffenden Fragen zu erörtern. So wird man vom Interessent zum Suchenden. Wenn dann tatsächlich ein Aufnahmeantrag gestellt wird, ist die Frage der Bürgschaft meistens schon geklärt, entweder, indem man selber sich in der Loge einen Herren sucht und ihn bittet, die Bürgschaft zu übernehmen, oder indem ein Bruder dieser Loge von sich aus erklärt, er seinerseits wäre zur Übernahme der Bürgschaft bereit.
Nur "ein freier Mann von gutem Ruf" kann aufgenommen werden, und wie frei (nämlich von Vorurteilen) der Suchende wirklich ist, kann nur das persönliche Gespräch ergeben, das der Suchende mit den Brüdern führt. Nachforschungen in der Nachbarschaft oder beim Arbeitgeber erfolgen jedenfalls nicht, und eine Schufa-Auskunft wird auch nicht eingeholt.
All dies sind jedoch Fragen, die Sie am besten den Brüdern der Loge stellen, die in der Nähe Ihres Wohnortes ist. Der Besuch eines Gästeabends verpflichtet zu nichts, und ich kann Ihnen nur empfehlen, diesen Weg zu gehen,wenn Sie denn glauben, in der Freimaurerei das zu finden, was Sie suchen."
Den Alten Pflichten nach soll ein Meister nur einen Lehrling aufnehmen, der unversehrt ist. Kann demzufolge ein Blinder einer Loge beitreten?
Sie haben völlig recht, bei genauer Anwendung der Alten Pflichten dürften wir tatsächlich keine gebrechlichen und behinderten Männer in unseren Bund aufnehmen. Doch die Zeiten haben sich gewandelt, und wenn auch die Alten Pflichten weiterhin als Grundlage der werkmaurerischen Freimaurerei angesehen werden, so müssen sie doch entsprechend der Zeitläufte und der geltenden ethischen Grundüberzeugungen in ihrer Anwendung modifizierbar sein.
Die Aufnahme eines blinden Mannes in unseren Bund ist sicher insofern proplematisch, als dass wir uns ja auch als Lichtsucher fühlen und betätigen, und wenn ich das Licht nicht finden kann, weil mir dafür die Antenne, das Organ fehlt, so muss es Kompensationsmöglichkeiten geben. Das Ritualkollegium der Großloge A.F.u.A.M.v.D.hat deshalb schon vor einiger Zeit das Ritual so modifiziert, dass auch der Aufname eines blinden Mannes nichts entgegensteht. Allerdings bedarf es entsprechender genauer Einführung und Vorbereitung, damit auch diese Aufname für den betreffenden Herren zu einem Initiationserlebnis werden kann.
Was genau ist unter Initiation zu verstehen?
'Initiation' kommt vom Lateinischen initium = der Eingang oder auch initiieren = hineingehen.
Die Freimaurerei ist ein sog. Engbund, der Außenstehenden verschlossen ist.
Man bezeichnet den Bund der Freimaurer auch gelegentlich als letzten Mysterienbund.
Ein Profaner = Außenstehender kann nur auf dem Weg der Initiation in jenen Kreis der 'Eingeweihten' eingeführt werden, d.h. er muss durch ein Tor, einen Eingang gehen, um in eine neue Welt zu gelangen.
Dieser Eingang wurde zu allen Zeiten als Neugeburt verstanden, welche ihrerseits den 'symbolischen' Tod voraussetzt, als Hinter-sich-lassen und Abstreifen als Vorherigen.
So gesehen, entspricht die Aufnahme in den Bund der Freimaurer tatsächlich einer Initiation, wobei der eigentliche Neubeginn oder die Neugeburt der Augenblick der Verwandlung des Fremdem in den Bruder ist, was der Meister vom Stuhl mit den Worten zum Ausdruck bringt: 'Stehen Sie auf, mein Bruder!'
Initiation ist also nicht durch Erkenntnis oder durch Offenbarung zu erlangen, sondern ist ein ritueller Akt, der eine innere Wandlung zum Ausdruck bringt.
Ich hörte von Begräbnisformen in einer besonderen Art und Weise für Freimaurer.
Es gibt in der Tat ein Zeremoniell für eine freimaurerische Trauerfeier, welches im Allgemeinen vor der kirchlichen Trauerfeier in der jeweiligen Friedhofskappelle stattfindet.
Manche Brüder Freimaurer möchten auch ohne kirchliche Aussegnung bestattet werden.
Der Meister vom Stuhl und seine beiden Aufseher sind im Dreieck um den mit den freimaurerischen Insignien geschmückten Sarg postiert und führen ein kurzes Wechselgespräch, in welchem mehr die Dankbarkeit als die Trauer um den verlorenen Bruder angesprochen wird.
Es folgt die eigentliche Trauerrede, also eine Würdigung des Verstorbenen, wobei seine positiven Eigenschaften ebenso Erwähnung finden sollen wie seine Fehler.
Zum Schluss der Trauerzeremonie folgt die traditionelle Kettenbildung aller Brüder um den Sarg und damit auch die Entlassung des Verstorbenen aus der irdischen Kette mit Niederlegung der drei Rosen rot - rosa -weiß.
Wir sagen: Wir lösen die Kette der Hände, die Kette der Herzen aber bleibt.
Bei einer freimaurerischen Trauerzeremonie können auch Angehörige und Nichtfreimaurer anwesend sein, und man sagt, es sei ein besonders eindrucksvolles Erlebnis.
Es gilt aber auch hier: Erlebnisse kann man nicht schildern, man muss sie halt wirklich erleben und sollten Sie je Gelegenheit haben, an einer frm. Trauerfeier teilzunehmen, werden Sie meine Worte begreifen.
Besteht eine Pflicht dazu, in den Logen bekannt gegebene Erkennungszeichen öffentlich zu tragen?
Freimaurerische Zeichen (Erkennungszeichen) sind Gebärden, gehören also zur Körpersprache.
Als solche können sie nicht getragen werden.
Außerdem gehören diese Erkennungszeichen nicht in die Öffentlichkeit, sondern es ist sogar Pflicht, diese nur im interen Bereich anzuwenden, z.B. zur Prüfung eines besuchenden Bruders.
Schon die mittelalterlichen Steinmetzen haben so geprüft, ob das Gegenüber wirklich ein Steinmetz Lehrling, Geselle oder Meister war.
Öffentliche Erkennungszeichen, z.B. freimaurerische Anstecker (Pins) zu tragen, bleiben jedem Bruder selbst überlassen.
Ihre Beschreibung der Tafelloge in der FAQ lässt den Verdacht aufkommen, dass es sich bei der Freimaurerei um eine 'Saufkumpanei' handelt.
Ihre Bedenken sind unbegründet.
Falls Freimaurer mal einen über den Durst trinken sollten, dann ganz sicher nicht im Rahmen einer Tafelloge.
Diese ist eine rituelle Zusammenkunft, bei der in formeller Art ein gemeinsames Mahl eingenommen wird - und die üblichen Gesundheiten auf die Grossloge, das Vaterland etc. werden von Abstinenzlern und Autofahrern nicht selten mit Apfelsaft oder Mineralwasser begossen.
Wer es mit Wein tut, bemisst den Inhalt seiner Kanone in der Regel so, dass er drei kleine Schlucke hergibt, denn das Glas wird am Ende leer aufgesetzt.
Diese heute sehr massvolle Praxis war allerdings allem Anschein nach nicht immer üblich, aus älteren Quellen darf schon gefolgert werden, dass es manche unserer Altvorderen nicht so ernst mit der Mässigung nahmen. Aber dies ist in Zeiten einer 0,5-Promille-Grenze Geschichte.
Wie lautet der Sinnspruch der Freimaurer, also das übergeordnete Prinzip dem sich jeder Freimaurer primär zu unterwerfen hat.
Der entscheidende Spruch, besser die Aufforderung an alle Freimaurer ist: Erkenne Dich selbst!.
Da auch der Meister sein Leben lang Lehrling bleibt, gelten für ihn auch weiterhin, über die Meister-Aufforderung 'Schau über Dich!' hinaus, auch 'Schau in Dich!' (Lehrling) und 'Schau um Dich!' (Geselle).
Nach welchen Kriterien werden die Grade vergeben oder erworben und was bedeuten sie?
Die Grade der Freimaurerei sind eine historische Übernahme aus der Tradition der Werkmaurerei, aus der die (sogenannte spekulative, also moderne) Freimaurerei hervorgegangen ist.
Der neu aufgenommene Bruder Freimaurer ist zunächst Lehrling.
Schlagwort dieses Grades ist 'Schau in Dich' - Aufforderung zur Selbsterkenntnis, Anregung zum An-sich-selber-arbeiten.
Je nach Brauch der einzelnen Loge erfolgt die Beförderung zum Gesellen nach ein bis zwei Jahren.
Hier bedeutet 'Schau um Dich' den Hinweis auf die Einbindung in die menschliche Gesellschaft, die sozialen Verpflichtungen, aber auch auf das Leben schlechthin mit allen seinen Höhen und Tiefen.
Wenn nach weiteren ein bis zwei Jahren die Erhebung zum Meister erfolgt, wird, dieser mit 'Schau über Dich' auf die Endlichkeit unserer irdischen Existenz hingewiesen.
Der Meistergrad beschäftigt sich mit dem Sinn des Lebens und dessen Ende.
Die Bedeutung der Grade für das Erleben und die Entwicklung des einzelnen Freimaurers ist wesentlich größer als ihre Rolle im Logenleben.
Die meisten Logen sind eingetragene Vereine, deren Satzungen jedem Mitglied unabhängig von seinem Grad im wesentlichen die gleichen Rechte und Pflichten zuweisen.
Natürlich werden die Brüder nicht gerade den jüngsten Lehrling zu ihrem vorsitzenden Meister wählen.