NS-Zeit

Ist es wahr dass Freimaurer in Deutschland, insbesondere Mitglieder der Großloge zur Sonne Bayreuth, ab 1934 anstatt Winkel und Zirkel ein Vergissmeinnicht in der Öffentlichkeit trugen?

Winkelmaß und Zirkel wurden vor 1934 und auch heute von vielen Freimaurern, als Anstecknadel oder Ringschmuck getragen.

 

Das Vergissmeinnicht war 1928 das Tagungsabzeichen beim Großlogentag der GL von Bayreuth.

 

Als ein ähnliches Abzeichen während der Nazi-Zeit als Spendenabzeichen des Winterhilfswerkes herausgebracht wurde, soll es von einigen Freimaurern als geheimes Erkennungszeichen benutzt worden sein.

Kategorie: Symbole, Geschichte, NS-Zeit, Sonstiges
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Ich interessiere mich für Leo Müffelmann, den Gründer der Symbolischen Großloge von Deutschland.

L.M. lebte von 1881 bis 1934. Er wurde 1913 von seinem Vater aufgenommen und gründete mit ihm die Berliner Loge 'Zu den Alten Pflichten'.

 

Wegen seiner internationalen Beziehungen wurde er angefeindet und musste 1928 seine Loge verlassen und schloss sich der Wiener Loge 'Labor' an.

1929 erhielt er den 33°.

 

1930 gründete er mit Anderen die 'Symbolische Großloge von Deutschland' deren Großmeister er wurde.

 

1931 wurde eine Loge dieses Systems in Jerusalem gegründet.

Nach der Machtübernahme der Nazis ließ M. die deutschen Logen schließen und überbrachte das Licht seiner Großloge nach Jerusalem.

Im September 1933 wurde M. von den Nazis verhaftet und kam bis zum Ende des Jahres in das KZ Sonnenberg.

 

1934 ist M. an den Folgen der Haftbedingungen gestorben.

Kategorie: Geschichte, NS-Zeit, Personen
Ansprechpartner: hs

In letzter Zeit häufen sich Berichte darüber, dass die Freimaurer beteiligt sind an der Planung von Weltkriegen, der Beeinflussung wichtiger politischer Entscheidungen etc.

Die Berichte aus letzter Zeit stammen aus Quellen wie Rüggeberg, Jan van Helsing u.a.

 

Diese Autoren sind keinem der klassischen Lager von Freimaurergegnern zuzuordnen, wie dies in früheren Zeiten möglich war - da kamen die Angriffe praktisch stets von religiösen Fundamentalisten, vor allem aus der römisch-katholischen Kirche oder aus dem rechten Spektrum.

 

Leider wenig präzise möchte ich diese zeitgenössischen Autoren in den Dunstkreis von 'New Age' einordnen.

 

Die durch Sie angedeuteten Behauptungen sind jedoch keineswegs neu.

Die Quellen haben in erster Linie bei Juan Maler ('Die sieben Säulen der Hölle') abgekupfert, dieser wiederum bei der 'klassischen' Antiliteratur, die wir beginnend am Anfang des Jahrhunderts (Die Protokolle der Weisen von Zion) mit zunehmender Tendenz bis in die 30er und 40er Jahre finden, vom NS-Chefideologen Rosenberg über Ludendorff nebst Ehefrau Mathilde bis zum Wiener Nationalrat Wichtl und den Schulungsbriefen des Reichssicherheits-Hauptamtes in Berlin.

 

Und die hatten wiederum ihren 'Honig gesaugt' aus so trefflichen Urkunden wie päpstlichen Enzykliken ('Synagoge des Satans') oder den phantasievollen Schwindeleien eines Leo Taxil.

 

Fairerweise sollte man allerdings den jeweiligen 'Zeitgeist' berücksichtigen. Für einen strammen Untertan des deutschen Kaisers musste es nach Hochverrat riechen, wenn die Freimaurer davon träumten, dass eines Tages alle Menschen Brüder werden sollten.

 

Internationalismus, Sympathie für Weltbürgertum, etwa gar in einem Franzosen nicht nur den Mitmenschen, sondern sogar den 'Bruder' zu sehen, mussten weitgehend unverständlich und suspekt bleiben. Und da ist ein gedankliches Fortspinnen bis zu einer 'Weltregierung, Weltrepublik' irgendwie verständlich.

 

Die durch Sie genannte TV-Reportage ist mir unbekannt. Ihre Andeutung zum Inhalt erinnert mich an den genannten Autor Maler, der durch aus der Tagespresse entnommene Fotos von Politikern 'beweist', dass diese durch Gesten wie ausgestreckten rechten Zeigefinger eine geheime Botschaft mit Hilfe nichtsahnender Bildjournalisten unauffällig an die 'Wissenden' und 'Eingeweihten' übermitteln.

 

Maler veröffentlichte seine Erkenntnisse in den siebziger Jahren aus seinem selbstgewählten Exil in Argentinien. Vielleicht ist ihm dort entgangen, dass ein Telefon möglicherweise geeigneter und zuverlässiger für derartige Übermittlungen sein könnte?

 

Was die durch Sie genannten Berichte wohl nicht primär meinen, was ich jedoch keineswegs bestreite, ist die Tatsache, dass sicherlich sehr häufig auch Freimaurer an den Hebeln der Macht saßen und sitzen.

Dies folgt logisch aus der Tatsache der weltweiten Verbreitung der Freimaurerei und ihrer großen Mitgliederzahl sowie daraus, dass es sicher nicht die unbedeutendsten Menschen sind, die sich zur Freimaurerei hingezogen fühlten und fühlen.

 

Sie können vielerorts, auch im Internet, nachlesen, welche bedeutenden Staatsmänner, Wirtschaftsführer etc. alles Freimaurer waren, ich möchte an dieser Stelle nicht erneut eine Auflistung vornehmen.

 

Unter Männern, die heute an entsprechenden Positionen wirken, sind sicherlich auch Freimaurer - es ist allerdings ihre und nicht meine Sache, ob sie sich 'outen' wollen oder nicht.

 

Entscheidend ist jedoch: Dieser Mann mag Mitglied einer Freimaurerloge sein. Er ist vielleicht auch Mitglied eines Kegelclubs, eines Schützenvereins und eines Buchclubs. Ich habe noch nie gehört, dass man Kegelclubs verdächtigt, an der Planung von Kriegen beteiligt zu sein.

Kategorie: NS-Zeit
Ansprechpartner: eh

War Claus Graf Schenk von Stauffenberg ein Freimaurer? Oder waren andere bekannte Widerstandskämpfer, die gegen das NS-Regime gekämpft haben, Freimaurer?

Claus Graf Schenk von Stauffenberg war nach unserem Kenntnisstand kein Freimaurer.

Es sind zahlreiche Fälle bekannt, in denen NS-Opfer (auch) Freimaurer waren, z.B. von Ossietzki, Tucholski, Müffelmann oder auch Leuschner. Sie sind aber meines Wissens nicht wegen ihrer Zugehörigkeit zur Bruderschaft Todesopfer des NS-Staates geworden.  Im allgemeinen beschränkten sich die Maßnahmen der Nazis gegen Freimaurer auf berufliche Benachteiligungen, Entfernung aus dem Staatsdienst (prominente Ausnahme: Hjalmar von Schacht) und aus der Partei. Nicht verwunderlich, wenn man Hitlers Meinung über die FM in "Mein Kampf" kennt: Er erwähnt die FM nur nebenbei (glaublich an drei Stellen insgesamt) als harmlose unpolitische Idioten, die unwissentlich dem internationalen Judentum als Steigbügelhalter dienen.

Kategorie: NS-Zeit, Personen
Ansprechpartner: eh

Haben Kommunisten und Freimaurer etwas gemeinsam, denn sie wurden ja im Dritten Reich beide verboten?

Aus der Tatsache dass beide Vereinigungen verboten waren kann man keine Gemeinsamkeiten ableiten. Im Dritten Reich war vieles verboten.

 

Die Kommunisten haben auch die Freimaurerei verboten.

Kategorie: Allgemein, NS-Zeit, Angriffe
Ansprechpartner: hs