Gibt es eine Verbindung zwischen Freimaurern und der Organisation der Skull & Bones?
Kategorie: Geschichte, ReligionWie stehen bzw. welches Verhältniss haben Freimaurer zu den Zeugen Jehovas?
Kategorie: ReligionSind Freimaurerei und "Säkularer Humanismus" vereinbar?
Kategorie: ReligionWie stehen die Freimaurer zu Mitgliedern des Karmeliten Ordens, nehmen sie solche auch bei sich auf?
Kategorie: Religion, SonstigesIch bin Jude, aber fühle Interesse an den Freimaurern. Widerspricht das sich nicht und ist die Vereinigung der Freimaurer nicht ein Akademiker-Zusammenschluss?
Kategorie: Allgemein, ReligionIst es möglich einen maurerischen Eid auf die Thora abzulegen?
Kategorie: Symbole, ReligionWird es von Freimaurern erwartet, bestimmte Rituale auszuüben die dem "großen Baumeister" huldigen, oder besteht die einzige Huldigung aus der Arbeit an sich selbst, also dem groben Stein?
Kategorie: Esoterik, ReligionIst die Freimaurerei eine 'Nachfolgebewegung' der Tempelritter? Gibt es irgendeine Verbindung zu diesem großen ehemaligen Ritterorden?
Kategorie: ReligionWas hat die katholische Kirche nur gegen die Freimaurer?
Kategorie: Geschichte, Religion, AngriffeWarum hat die römisch-katholische Kirche Vorbehalte gegen die Freimaurerei?
Kategorie: ReligionLässt sich Freimaurerei mit der christlichen Lehre vereinbaren?
Kategorie: ReligionWarum sind keine Logen in islamischen Staaten zu finden?
Kategorie: ReligionIst Frm. eine Sekte/sektenähnlich bzw. ist Frm. eine Freikirche?
Kategorie: ReligionWie kann es im Jahre 2001 noch vorkommen, dass beim Schuldekanat der ev. Kirche bzw. einer sog. (oeffentl.) Sekteninformationsstelle immer noch zu Behauptungen kommt, dass Logen Sekten seien?
Kategorie: ReligionGibt es auch muslimische Freimaurermitglieder? Wenn ja, wer sind diese Personen?
Kategorie: Religion, PersonenBesteht die Möglichkeit, dass auch Interessenten, die keiner Religion angehören (Atheisten) Mitglied in einer regulären Loge werden können?
Kategorie: ReligionIch habe davon gehört, dass die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, auch Mormonen genannt, in ihren Tempeln freimaurerische Rituale praktizieren.
Kategorie: ReligionKann ein Buddhist Freimaurer werden?
Kategorie: ReligionMüssen katholische Freimaurer damit rechnen, aus der Kirche ihrer Pfarrgemeinde verwiesen zu werden?
Kategorie: ReligionWird katholischen Freimaurern ein kirchliches Begräbnis verweigert?
Kategorie: ReligionEs stellt sich mir die Frage, ob eine Mitgliedschaft in einer Loge automatisch zur Exkommunikation führt oder ob sich de facto eine ähnliche Haltung wie in der evangelischen Kirche angebahnt hat?
Kategorie: ReligionIch verstehe die Bedeutung dieser Rituale zur Förderung eines Zusammenhalts innerhalb einer Loge, aber sollte die Freimaurerei dies nicht als Relikt der Vergangenheit sehen und sich modernisieren?
Kategorie: ReligionWie würde ein Freimaurer das Leben nach dem Tod, auf poetische oder wissenschaftliche Weise, beschreiben?
Kategorie: ReligionWie stehen die Freimaurer zu den Lehren des Rosenkreuzers, der Anthroposophie und zu dem Christus, als Mysterium?
Kategorie: Esoterik, ReligionWie steht das Freimaurertum zum Christentum?
Kategorie: ReligionUnser Lehrer war der Meinung das die Freimaurer auch eine Sekte wären ?!?! Stimmt das?
Kategorie: ReligionIm Gegensatz zum christlichen Glauben benötigt der Mensch keinen Erlöser, sondern erlöst sich selbst?
Kategorie: ReligionKann ich, die den christlichen Glauben lebt jedoch keiner Gemeinde angehört, diese Gesinnung mit der der Freimaurer vereinbaren?
Kategorie: ReligionSchlossen oder schließen sich Freimaurertum und Katholizismus aus?
Kategorie: ReligionIst der Baumeister der Welten nur ein perfektes Wesen das sich in der Vergangenheit einen Namen gemacht hat oder ist es/er noch heute in irgendeiner Art und weise aktiv?
Kategorie: ReligionSie beschreiben sich als christl. orientierten Bund. Ist damit ein klares Bekenntnis zu Gott gemeint oder steht einfach das christliche geprägte Menschen-/Weltbild dahinter?
Kategorie: ReligionHaben die Freimaurer etwas mit den Sufis (orient) zu tun?
Kategorie: Religion, SonstigesHat die FM viel mit dem Buddhismus gemein, oder scheint das nur auf den ersten Blick?
Kategorie: ReligionIhre Organisation gibt es weltweit, außer in Diktaturen, im Kommunismus und im Islam. Warum möchten Sie dort keine Ableger?
Kategorie: Allgemein, Religion, AngriffeGibt es eine Verbindung zwischen Freimaurern und der Organisation der Skull & Bones?
Zwischen Freimaurerei und Skull & Bones bestehen keinerlei Verbindungen.
Wie stehen bzw. welches Verhältniss haben Freimaurer zu den Zeugen Jehovas?
Freimaurer fragen Interessenten bzw. Suchende nicht nach ihrer Religion, das ist Privatangelegenheit eines jeden Bruders. Die Freimaurerei befasst sich bekanntlich nur mit dem Leben auf dieser unserer Erde mit dem Ziel, dazu beizutragen, dass dieses Leben menschlicher wird.
"Die Freimaurer" haben daher auch keinerlei Verhältnis zu irgend einer Religions- oder Weltanschauungsgemeinschaft. Ob und inwieweit dies auf Gegenseitigkeit beruht, müssten Sie bei den Zeugen Jehovas erfragen.
Sind Freimaurerei und "Säkularer Humanismus" vereinbar?
Sofern Sie unter "säkularen Humanismus" (sH) pure Gottesleugnung verstehen, wäre der sH mit der Freimaurerei natürlich nicht vereinbar. Sollten sie allerdings unter sH eine Form von Agnostizismus verstehen, so ist eine Vereinbarkeit, insbesondere mit der humanitären Lehrart, durchaus vorstellbar.
Wie stehen die Freimaurer zu Mitgliedern des Karmeliten Ordens, nehmen sie solche auch bei sich auf?
Nachdem die katholische Kirche nach wie vor jeden Freimaurer als "in schwerer Sünde lebend" betrachtet, kann ich mir kaum vorstellen, dass ein Karmeliter ernsthaft eine Mitgliedschaft anstrebt.
Ich hätte auch Bedenken, dass er die Aufnahmevoraussetzung eines "freien Mannes" erfüllen würde, sowohl was seine Zeitverfügbarkeit als auch die wirtschaftlichen Möglichkeiten betrifft, denn, Zitat aus der Ordensregel:
"10. Jeder einzelne soll in seiner Zelle oder in ihrer Nähe bleiben, Tag und Nacht das Wort des Herrn meditierend und im Gebet wachend, es sei denn, er ist mit anderen, wohlbegründeten Tätigkeiten beschäftigt.
12. Keiner der Brüder soll etwas sein eigen nennen, sondern es sei euch alles gemeinsam, und einem jeden soll durch die Hand des Priors, das heißt durch den Bruder, der von ihm mit diesem Dienst betraut ist, zugeteilt werden, was er braucht, unter Berücksichtigung des Alters und der notwendigen Bedürfnisse jedes einzelnen. "
Danach dürfte eine Aufnahme als Freimaurer für einen Karmeliter wohl kaum in Frage kommen.
Ich bin Jude, aber fühle Interesse an den Freimaurern. Widerspricht das sich nicht und ist die Vereinigung der Freimaurer nicht ein Akademiker-Zusammenschluss?
Die Constitutions der Freimaurerei von 1723 verbieten lediglich Streitgespräche über Parteizugehörigkeit und Konfession.
Allein die Verpflichtung, sich den Gesetzen des jeweiligen Landes zu fügen und das Anerkenntnis eines zu respektierten Schöpferprinzips bieten die Voraussetzung für eine Mitgliedschaft.
Eine Aufnahme von Herren mosaischen Glaubens schließt dies damit nicht aus.
Wenngleich Aufnahmen von Bürgern jüdischen Glaubens erst Mitte des 19. Jhrts. in Deutschland häufiger wurden, so finden wir sie aber weltweit wesentlich früher.
Eine Häufung von Akademikern ist zur Zeit innerhalb der Freimaurerei nicht
auszumachen.
Berufshäufungen finden sich lediglich zufällig.
Interessant ist jedoch die Freimaurerei vor allem für diejenigen, die zu einer Diskussion bereit sind und sich für Reflexionen bezüglich anderer philosophischen Sichtweisen offen halten.
Dies führt gelegentlich zu einer Konzentration von studierten Berufen.
Ist es möglich einen maurerischen Eid auf die Thora abzulegen?
In der Freimaurerei ist es seit langem nicht mehr üblich, Eide abzulegen.
Wir versprechen unsere Loyalität zum Bund der Freimaurer durch ein feierliches Gelöbnis, das uns allerdings so heilig sein sollte, wie in früheren Zeiten ein formeller Eid.
Dieses Gelöbnis wird angesichts der drei 'Großen Lichter' der Freimaurerei geleistet, das sind Zirkel, Winkel und das Buch der heiligen Gesetze.
Letzteres hat rein symbolische Bedeutung, dem einzelnen ist es überlassen, ob er in ihm ein religiös verpflichtendes Werk oder die allgemein verpflichtende Sittenlehre sehen will.
Daher gibt es auch keine Probleme mit einem Austausch des Buches.
Manche Logen legen generell neben der Bibel auch den Koran und andere heilige Schriften großer Weltreligionen auf, durchaus auch die Thora.
In der Regel findet man die Schrift, die allgemein im kulturellen geographischen Umfeld der Loge die verbreitetste Religion symbolisiert.
Einzige Ausnahme: In Skandinavien und in Deutschland (hier vertreten durch die Großloge 'Große Landesloge der Freimaurer von Deutschland - Freimaurerorden') finden Sie eine christlich geprägte Form der Freimaurerei.
Die zugehörigen Logen nehmen nur Männer auf, die sich als 'Christen' - im weitesten Sinne - verstehen.
Wird es von Freimaurern erwartet, bestimmte Rituale auszuüben die dem "großen Baumeister" huldigen, oder besteht die einzige Huldigung aus der Arbeit an sich selbst, also dem groben Stein?
Die Freimaurerei ist als Kind - oder Wegbereiterin - der Aufklärung ausschliesslich diesseitsbezogen, und Esoterik verstehen wir im ursprünglichen Wortsinn (anders, als dies heute modisch ist) als Gegensatz zur Exoterik, also als Beschäftigung nach Innen, mit dem eigenen Rauhen Stein.
Die Maurerei ist auch weder Religion noch Religionsersatz.
Den Grossen Baumeister sehen wir als Symbol, nicht als eine Personifizierung. Er steht dafür, dass wir neben der aufklärungstypischen Ratio die Existenz einer wie auch immer gearteten höheren Ordnung annehmen, der wir Respekt zollen.
Damit kann ein Agnostiker leben und ein religiös gebundener Bruder wird ebenfalls keine Probleme damit haben, seinen persönlichen Gott an die Stelle des Grossen Baumeisters zu setzen.
Ist die Freimaurerei eine 'Nachfolgebewegung' der Tempelritter? Gibt es irgendeine Verbindung zu diesem großen ehemaligen Ritterorden?
Eine Nachfolge im Sinn einer organisatorischen Fortsetzung ist auszuschließen.
Dafür gibt es keinerlei stichhaltigen Beweis, allenfalls phantasievolle Spekulationen.
Zu diesem Themenkreis wurde in der jüngsten Zeit eine Reihe von Büchern veröffentlicht, die teilweise richtig spannend geschrieben sind, deren Inhalte aber wissenschaftlichen Kriterien nicht annähernd genügen.
Manche freimaurerischen Hochgradsysteme sehen sich in einigen ihrer Erkenntnisstufen in der spirituellen Nachfolge der Tempelritter.
Und noch einmal:
Immer wieder wird von mehr oder weniger ernsthaften Historikern und Buchautoren aller Couleur eine Verbindung zum Orden der Tempelritter hergestellt.
Was hat die katholische Kirche nur gegen die Freimaurer?
Vor 1737 gab es sogar eine Loge in Rom.
Dann kam zunächst Politik ins Spiel - Oranier gegen Stuarts, eine wilde Spionagegeschichte in der römischen Loge, die letzte Hoffnung des Papstes auf eine Wiedererstehung des römischen Katholizismus in England in der Person des Thronprätendenten Jakob III. usw. 1737 dann die erste Bulle gegen die Freimaurerei, begründet mit deren religiösen Toleranz und 'geheimen Wirken'.
Es folgten unzählige Verdammungen - die theologischen Begründungen entsprachen inhaltlich im Wesentlichen den aktuellen Stellungnahmen.
Warum hat die römisch-katholische Kirche Vorbehalte gegen die Freimaurerei?
Genau genommen müssten Sie Ihre Frage an die römisch-katholische Kirche richten.
Eine auch nur annähernd umfassende Antwort auf Ihre Frage würde die Möglichkeiten dieser Kommunikationsform sprengen, ich müsste Ihnen einige Bücher mit mehreren tausend Seiten durchmailen.
Erlauben Sie mir, mich auf zwei Punkte zu beschränken: Auf den (durchaus amüsanten) historischen Auslöser der jahrhundertealten Feindseligkeit und auf die philosophische Grundlage der aus kirchlicher Sicht zweifelsohne vorliegenden Unvereinbarkeit einer Zugehörigkeit zur r.k. Kirche und zur Freimaurerei.
Die gesicherte Geschichte der 'modernen' Freimaurerei begann 1717 in London mit dem Zusammenschluss von vier Logen zu einer Großloge.
Von da an verbreitete sich die Freimaurerei explosionsartig, 1735 wurde in Rom die erste Loge gegründet.
Diese englischsprachige Loge war jakobitisch dominiert.
Bekanntlich waren in England die katholischen Stuarts durch die hannoversche Linie entthront worden.
Der katholische Prätendant Jakob III. lebte als 'Ritter von St. Georg' unter päpstlichem Schutz in Rom.
Seine erhoffte Wiedereinsetzung auf den englischen Thron war die letzte Chance des englischen Katholizismus.
Im englischen Recht gab es keine Folter, man war zur Erlangung von Nachrichten darauf angewiesen, im feindlichen Umfeld ein Agentennetz aufzubauen - übrigens die historische Quelle des späteren Secret Service.
London wollte vor allem über die Vorgänge in Italien, dem Zufluchtsort der Stuarts, unterrichtet sein.
So wurde die Loge in Rom allmählich unterwandert und ausspioniert, unter anderem durch einen Baron Stosch.
Der Logenbesuch eines englischen Doppelagenten am 20. August 1737 - man kennt heute viele Namen und Einzelheiten dieser Spionagestory - war der Auslöser dafür, dass die päpstlichen Behörden wenige Tage später die Loge schlossen, der Schaffner (immer auf die Kleinen!) wurde für einige Tage eingekerkert.
Dies war die erste unfreundliche Handlung der römisch-katholischen Kirche gegenüber der Freimaurerei.
Gut ein halbes Jahr später, am 28.4.1738, erfolgte in der päpstlichen Bulle 'In eminenti' durch Klemens XII. die erste formelle Verurteilung mit den Begründungen, die Freimaurer nähmen Menschen aller Religionen und Sekten auf und verpflichten sich durch Eid zum Stillschweigen über das Geschehen in ihren Versammlungen und '... aus anderen, nicht ausgeführten Gründen, die nur UNS bekannt sind, die aber gerecht und vernünftig sind ...'.
Zum Grundsätzlichen: Die mittelalterliche hierarchische Weltordnung wurde allmählich abgelöst durch Konkretes, Individuelles.
Eine gewisse Entwertung des Überirdisch-Jenseitigen geht einher mit einer Aufwertung des Irdisch-Diesseitigen.
Es entsteht eine Kampfeinstellung gegen das kirchliche Dogma.
Die Aufklärung vollendet diese Entwicklung: Herrschaft des Verstandes über die Kräfte des Glaubens, Zurückführung vormals christlicher Werte auf eine vom Glauben unabhängige vernunftgemäße Sittlichkeit.
Die Folge ist der 'freie Mann', dessen Moral sich nach dem kausalen Sittengesetz, quasi einem Naturgesetz, richtet.
Die rationale Erkenntnis wird zum Maßstab des Glaubens.
Es entsteht ein Moralsystem, das auf einer mechanistischen 'Weltanschauung' basiert, die mit einem höheren Wesen als Konstrukteur und dem kausalen Sittengesetz auskommt.
Man spricht heute von 'Deismus'.
Wenn Sie an die Stelle des 'Konstrukteurs' den 'Großen Baumeister aller Welten' setzen, können Sie das Moralsystem auch gleich als 'Freimaurerei' benennen.
Ich zitiere aus den 'Studien zur Geistesgeschichte der Freimaurerei' von Alfred Six: '...der Mensch erkennt ... bestimmte Grundwahrheiten, die seine Vernunft weder leugnen noch übergehen kann. ...
Diese deistische Grundhaltung ... hat sich die Freimaurerei ebenfalls zu eigen gemacht.'
Und dass die römisch-katholische Kirche (auch viele andere Religionen) mit Deismus Probleme haben muss, verdeutlicht die folgende Definition aus dem Großen Brockhaus von 1953:
'... sieht einen von der Welt verschiedenen Gott als Urgrund und Urheber der Dinge an, der aber weder persönlicher Natur ist noch - nach Erschaffung der Welt - in den Lauf der Natur eingreift, Wunder tut oder sich offenbart.'
Ich möchte einem möglichen Missverständnis vorbeugen: Die Freimaurerei ist keine Religion, keine Sekte, kein Religionsersatz.
Meine vorstehenden Ausführungen beschäftigen sich mit den historisch-philosophischen Grundlagen der Freimaurerei, ich versuche, die Wurzeln freizulegen.
Die Religion des einzelnen Freimaurers ist dessen absolute Privatangelegenheit, wir fragen keinen Interessenten nach seiner Konfession.
Wir bieten auch keinerlei Optionen auf das 'Jenseits', wir sind bestrebt, das 'Diesseits' ein klein wenig menschlicher zu machen.
Aber dass eine hochdogmatische Glaubensgemeinschaft mit uns nicht viel anzufangen weiß, das kann ich gut verstehen.
Warum sind keine Logen in islamischen Staaten zu finden?
Wenn Sie unter 'islamischen Staaten' Länder verstehen, die ihre staatliche Identität aus dem Koran herleiten, wie Iran oder Afghanistan, ist die Nichtzulassung von Freimaurerlogen nachvollziehbar: Ein von fundamentalistischen Glaubensüberzeugungen getragenes Staatswesen kann eine in religiösen Belangen betont tolerante Gemeinschaft nicht dulden, die nach der Überzeugung eines 'Strenggläubigen' seine Religion durch ihren 'Liberalismus' relativiert und dadurch beleidigt. In Staaten mit vorwiegend islamischer Bevölkerung, jedoch ohne eine Prägung als 'Gottesstaat' gibt es sehr wohl Freimaurerlogen, wie in der Türkei oder auf den Philippinen.
Ist Frm. eine Sekte/sektenähnlich bzw. ist Frm. eine Freikirche?
Nein!
Die Freimaurerei beschäftigt sich ausschließlich mit dem Diesseits und überlässt es jedem Mitglied als dessen Privatangelegenheit, ob und ggf. welcher Religion er anhängt.
Wie kann es im Jahre 2001 noch vorkommen, dass beim Schuldekanat der ev. Kirche bzw. einer sog. (oeffentl.) Sekteninformationsstelle immer noch zu Behauptungen kommt, dass Logen Sekten seien?
Leider haben wir hier keine Einflussmöglichkeit. Jedenfalls ist eine solche 'Informationsstelle' selbst so unzureichend informiert, dass sie wohl nicht einmal die Broschüre aus dem eigenen Hause kennt, die der verstorbene Sektenbeauftragte der Bayerischen Landeskirche, Pfarrer Haag, über die Freimaurerei verfasste und die sehr objektiv berichtet.
Gibt es auch muslimische Freimaurermitglieder? Wenn ja, wer sind diese Personen?
Ich kenne eine Reihe von Freimaurern moslemischen Bekenntnisses. In deutschen Logen dürften sie allerdings im Verhältnis zu ihrem Bevölkerungsanteil unterrepräsentiert sein. In vielen rein oder überwiegend islamischen Ländern gibt es Logen, so z.B. in der Türkei, im Iran (derzeit im Exil), auf den Philippinen. Ihre zweite Frage bitte ich zu erläutern, sie bezieht sich sicherlich nicht auf Einzelpersonen, zumal wir grundsätzlich keine Auskünfte über lebende Mitglieder erteilen. Gern jedoch ein historisches Beispiel: Kemal Atatürk.
Besteht die Möglichkeit, dass auch Interessenten, die keiner Religion angehören (Atheisten) Mitglied in einer regulären Loge werden können?
ugehörigkeit oder Nichtzugehörigkeit zu einer Konfession interessiert nicht, kein Suchender wird diesbezüglich befragt, auch nicht durch die sogenannten christlichen Logen (Grosse Landesloge der Freimaurer von Deutschland - Freimaurerorden, Großloge zu den drei Weltkugeln). Diese verlangen lediglich eine Zugehörigkeitserklärung zum christlichen Kulturkreis. Die humanitären Logen (Alte Freie und Angenommene Maurer von Deutschland, die größte der deutschen Großlogen) erwarten - ohne dies im allgemeinen überhaupt zu hinterfragen - vom Suchenden, dass er kein Atheist im exakten Wortsinn ist. Ein solcher wird konsequent bestreiten, dass es irgendetwas geben könnte, was nicht sinnlich wahrnehmbar und naturwissenschaftlich exakt beweisbar ist. Im landläufigen Sprachgebrauch wird der Begriff 'Atheist' meist anstelle des treffenderen 'Agnostiker' benützt. Ein Agnostiker wird in einer humanitären Loge ebenso willkommen sein, wie ein gläubiger Katholik oder Muslim oder Jude oder, oder ....
Ich habe davon gehört, dass die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, auch Mormonen genannt, in ihren Tempeln freimaurerische Rituale praktizieren.
Es ist richtig, dass die Mormonen - unter deren Gründern sich auch viele Freimaurer befanden - in ihren Gottesdiensten zahlreiche Anleihen bei freimaurerischen Ritualen getätigt haben. Andererseits hat die Kirche der 'Heiligen der letzten Tage' die Freimaurerei mit einem Bann belegt, sie erklärt sie für eine Einrichtung des Teufels. Die Geschichte, wie alles dies sich entwickelt hat, ist ein wenig zu lang und zu kompliziert, um sie in diesem Rahmen zu schildern. Wenn Sie an Details interessiert sind, finden Sie eine ziemlich eingehende Schilderung unter dem Stichwort 'Mormonen' im Internationalen Freimaurerlexikon von Lennhoff - Posner - Binder bei Herbig 2000, ISBN 3-7766-2161-3 (DAS Standardwerk über Freimaurerei schlechthin).
Kann ein Buddhist Freimaurer werden?
Von Seiten der Freimaurer (GLLvD-FO ausgenommen) sehe ich kein Problem, ich kenne auch eine Reihe von Brüdern, die Buddhisten sind. Natürlich wird man einem Buddhisten nicht zumuten, sein Gelöbnis auf die Bibel abzulegen, sondern auf ein 'heiliges Buch' seiner Wahl. An den in das Ritual verwobenen Legenden, die teilweise mit Texten des alten Testaments korrespondieren, wird er sicher keinen Anstoß nehmen, wenn er Kontakte mit unserem Kulturkreis hat - andernfalls hätte er wohl kaum den Weg zur Freimaurerei gefunden. Richtig ist sicher, dass da gewisse Hemmschwellen bestehen - daher auch die geringe Akzeptanz beispielsweise in Japan (natürlich keine Buddhisten, ich glaube jedoch, dass alle fernöstlichen Religionen da ähnliche Schwierigkeiten haben), obwohl gerade die Japaner nach dem 2. Weltkrieg viele US-amerikanische Einflüsse gerne annahmen.
Müssen katholische Freimaurer damit rechnen, aus der Kirche ihrer Pfarrgemeinde verwiesen zu werden?
Ich habe den Eindruck, dass der katholische Geistliche an der 'Basis' oft genug wichtigere seelsorgerische und caritative Aufgaben zu erfüllen hat, als sich mit Auslegungsfragen zum aktuellen CIC zu befassen.
Ein praktizierender Katholik aus meiner Loge berichtete mir einmal, er spreche oft mit seinem Beichtvater über seine Logenzugehörigkeit und erhalte jedes Mal die Auskunft, dass er nur nach seinem Gewissen handeln solle - wenn er keine Probleme mit seiner Logenzugehörigkeit habe, sei das in bester Ordnung.
Wird katholischen Freimaurern ein kirchliches Begräbnis verweigert?
In den letzten Jahren musste ich leider eine größere Anzahl meiner Brüder auf ihrem letzten Weg begleiten - es waren meist (wohl hauptsächlich auf Wunsch der Hinterbliebenen) kirchliche, überwiegend katholische Beerdigungen.
Mir ist kein Fall bekannt geworden, wo eine Verweigerung ausgesprochen worden wäre.
Meist erledigte erst der Priester seinen 'Part', dann entfernte er sich und überließ seinen Platz dem Redner, der die Abschiedsworte der Loge sprach und die freimaurerische rituelle Verabschiedung der Brüder fand statt.
Es stellt sich mir die Frage, ob eine Mitgliedschaft in einer Loge automatisch zur Exkommunikation führt oder ob sich de facto eine ähnliche Haltung wie in der evangelischen Kirche angebahnt hat?
Nach dem aktuellen CIC wird die automatische Exkommunikation nach dem alten Kirchenrecht nunmehr ersetzt durch den "Zustand der schweren Sünde", der den Gläubigen von einigen "Sakramenten" ausschließt. Unverändert ist die Haltung der katholischen Kirche darin, dass sie die Mitgliedschaft in der Kirche und in der Freimaurerei als "unvereinbar" bezeichnet.
Es gibt öfter mal Funktionsträger der kath. Kirche näher an der Basis, die ihre abweichende Meinung nicht verheimlichen - an der abstrakten Lehre ändert sich hierdurch natürlich nichts.
Im Gegensatz hierzu hat die evangelische Kirche zu keiner Zeit grundsätzlich Front gegen die Freimaurerei bezogen. Zwar gibt es auch unter protestantischen Geistlichen und Amtsträgern Gegner der Freimaurerei, aber die vertreten keine offizielle Lehrmeinung ihrer Kirche.
Ich verstehe die Bedeutung dieser Rituale zur Förderung eines Zusammenhalts innerhalb einer Loge, aber sollte die Freimaurerei dies nicht als Relikt der Vergangenheit sehen und sich modernisieren?
Gerade durch das Ritual unterscheidet sich die Freimaurerei von allen anderen Organisationen mit ähnlicher Zielsetzung.
Wie Sie richtig bemerken, dient es u.a. der Förderung des Zusammenhalts, mehr noch, es ist eine der Grundlagen der Brüderlichkeit, des Vertrauensvorschusses, den ein Freimaurer unter Brüdern weltweit erlebt.
Wie ich eingangs erwähnte, ist das Ritual ein Mittel psychologischer Einflussnahme, eine an das Unterbewusstsein adressierte Erziehungsmethode, die den einzelnen Bruder immer wieder daran erinnern soll, seinen 'rauen Stein zu bearbeiten' - mit dem Ziel der besseren 'Einpassung in den humanitären Tempelbau', also letztlich der effektiveren Erfüllung der gesellschaftlichen Aufgabe des Einzelnen.
Wie ich ebenfalls bereits erwähnte, sind die Rituale natürlich etwas religiös eingefärbt. Das ist mit einer der Gründe, warum uns die katholische Kirche immer noch gram ist, obwohl die Zeiten des Kulturkampfes lange vorbei sind. Die religiöse Einfärbung ist in der historischen Herkunft der Rituale begründet, sie ist - zumindest bei den sogenannten humanitären Logen - jedoch so dezent, dass der vorkommende Begriff des 'Grossen Baumeisters aller Welten' durch den gläubigen Christen ohne weiteres mit einem personifizierten Gott assoziiert werden kann wie durch den Agnostiker mit einem unpersönlichen Ordnungsprinzip.
Hier allerdings, das räume ich gerne ein, tut sich der 'überzeugte Atheist' schon schwer.
Wie würde ein Freimaurer das Leben nach dem Tod, auf poetische oder wissenschaftliche Weise, beschreiben?
Die Freimaurerei ist in erster Linie auf das Diesseits, also das Leben und seine Gestaltung, gerichtet.
Doch gibt es durchaus Jenseitsvorstellungen in der Freimaurerei.
Eine 'wissenschaftliche' Beschreibung gibt es nicht (kann es die nach dem jetzigen Kenntnisstand der Menschen überhaupt geben?), 'poetische' hingegen schon.
So sagt man, wenn ein Bruder verstorben ist, er ist in den 'ewigen Osten eingegangen' und er wurde 'zu höherer Arbeit abberufen'.
Hier werden zwei sehr deutliche Aussagen gemacht.
Zum einen operiert die Freimaurerei mit einem überzeitlichen Ewigkeitsbegriff und akzeptiert hiermit eine Zeit außerhalb der menschlichen Zeitrechnung.
Zum anderen bedeutet 'zu höherer Arbeit abberufen', dass es nach dem Tod aus freimaurerischer Sicht weitergeht und zwar nicht mit einem 'paradiesischen ewigen Nichtstun', sondern mit Arbeit.
Mir persönlich ist diese Vorstellung sehr sympathisch.
Wie stehen die Freimaurer zu den Lehren des Rosenkreuzers, der Anthroposophie und zu dem Christus, als Mysterium?
In die Freimaurerei des 18. Jahrhunderts sind sicher rosenkreuzerische Elemente eingeflossen, vor allem in die sog. Hochgradsysteme, da es zu jener Zeit etliche personelle Überschneidungen beider Strömungen gab.
Die Anthroposophie respektive Rudolf Steiner bediente sich durchaus aus dem reichen Fundus des freimaurerischen Gedankengutes, so dass es hier gewisse inhaltliche Berührungspunkte gibt.
Mir ist nicht ganz klar, was Sie unter 'Christus als Mysterium' verstehen.
Da die Freimaurerei aus der Tradition der Dombauhütten entstand, gibt es vor allem in den sog. altpreußischen Logen wie 'Große Landesloge der Freimaurer von Deutschland - Freimaurerorden' und der 'Großen Nationalen Mutterloge zu den 3 Weltkugeln' vielfältige Bezüge zu Leben und Wirken von Christus.
Bei der größten, humanistisch ausgerichteten, deutschen Großloge der 'Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland' spielt Christus jedoch keine explizite Rolle.
Wie steht das Freimaurertum zum Christentum?
Die Freimaurerei ist aus einem christlich geprägten Umfeld hervorgegangen (mittelalterliche Dombauhütten) und ist Teil der (ursprünglich christlich geprägten) abendländischen Gesellschaft.
Nun sind die sogenannten christlichen Werte ja keine Erfindung des Christentums, treffender wäre, hier von einem humanistischen Wertesystem zu sprechen, zu dem sich auch die Freimaurerei uneingeschränkt bekennt.
Zur Klarstellung: Ich meine Werte im Sinne ethisch-moralischer Maximen und nicht Offenbarungen und Jenseitserwartungen - die Freimaurerei ist keine Religionsgemeinschaft, sondern ein Bund, dem das menschenwürdige Miteinander auf dieser Erde am Herzen liegt.
Unser Lehrer war der Meinung das die Freimaurer auch eine Sekte wären ?!?! Stimmt das?
Die Freimaurerei bzw. ihre Logen sind keine Sekten.
Sie erscheinen weder in den staatlichen, noch in den kirchlichen Sektenberichten.
Warum auch?
Die Freimaurerei gibt keine Heilsversprechen und bietet auch keine Erlösung, von was auch immer, an.
Sie ist absolut diesseits bezogen und richtet ihr Bemühen auf die Bewältigung des Lebens, nicht auf das, was danach - vielleicht - kommen mag.
Im Gegensatz zum christlichen Glauben benötigt der Mensch keinen Erlöser, sondern erlöst sich selbst?
Die Freimaurerei würde überflüsig, wenn - wie es in einem Lied heisst - alle Menschen werden Brüder, natürlich wissen wir, dass dies eine Utopie ist.
Mit der Globalisierung, die wir miterleben, hat dies jedoch wenig zu tun.
Religionen und speziell die durch Sie angeschnittenen Erlösungsgedanken sind für die Freimaurerei kein Thema.
Unser Traum geht in Richtung einer humanistisch geprägten Menschheit auf dieser unserer Erde - Fragen und Überlegungen zu einem Jenseits überlassen wir gerne den Religionsgemeinschaften.
Kann ich, die den christlichen Glauben lebt jedoch keiner Gemeinde angehört, diese Gesinnung mit der der Freimaurer vereinbaren?
Ja, durchaus.
Die Freimaurerei verlangt von ihren Mitgliedern lediglich das Anerkenntnis eines Schöpfungsprinzips.
Wie dieses aussieht, ob und wie eventuell eine Verehrung stattfindet, bleibt jedem selbst überlassen.
Schlossen oder schließen sich Freimaurertum und Katholizismus aus?
Die Freimaurer und die katholische Kirche sehen dies unterschiedlich.
Aus Sicht der meisten Freimaurer gibt es keine Gründe, die gegen die Mitgliedschaft eines Katholiken im Bund sprechen.
Schliesslich versteht sich die Freimaurerei nicht als Religionsgemeinschaft, sondern als eine enge Gemeinschaft von Menschen, deren Ziel es ist, das irdische Dasein menschlicher zu gestalten.
Es ist die Privatangelegenheit eines jeden Bruders, ob und ggf. welcher Weltanschauung er anhängt, eine traditionelle Forderung gegenüber einem Freimaurer ist lediglich, dass er die Existenz einer höheren Macht anerkennt, die unter dem Symbol des Grossen Baumeisters verehrt wird.
Die Möglichkeit einer Ausfüllung dieses Symbols durch ein beliebiges individuelles Gottesbild des einzelnen Freimaurers betrachtet die katholische Kirche als Indifferentismus, der sich mit dem absoluten Wahrheitsanspruch der geoffenbarten kirchlichen Lehre nicht vereinbaren lasse.
Dies ist einer der Gründe, warum die katholische Kirche seit fast 300 Jahren konsequent die Auffassung vertritt, dass eine Mitgliedschaft in einer Freimaurerloge mit einem Verbleib in der katholischen Kirche unvereinbar ist, im günstigsten Fall (aktuelle Lehrmeinung) der katholische Bruder Freimaurer im Stande der schweren Sünde lebe.
Des weiteren meint die katholische Kirche, in Teilen des tradierten freimaurerischen Rituals sakramentsähnliche Wesenszüge zu erkennen.
Diese theologischen Unvereinbarkeitsgründe haben die ursprünglich angezogenen Argumente (freimaurerisches Geheimnis, Antiklerikalismus, Eidesformel etc.) abgelöst, die gegenüber einem aufgeklärten Kirchenvolk schlicht nicht mehr haltbar waren.
Die eigentlichen, nie offen ausgesprochenen Gründe der in den dreissiger Jahren des 18. Jahrhunderts entstandenen Gegnerschaft der Päpste gegenüber der Freimaurerei waren wohl politischer Natur: Teile der in England entstandenen Freimaurerei wurden der Stuart-Gegnerschaft verdächtigt, und die von Rom erhoffte Wiedererlangung des englischen Throns durch die Stuarts schien dort die letzte Chance für den Katholizismus zu sein.
Ist der Baumeister der Welten nur ein perfektes Wesen das sich in der Vergangenheit einen Namen gemacht hat oder ist es/er noch heute in irgendeiner Art und weise aktiv?
Das religiöse Bekenntnis jedes Freimaurers ist seine höchstpersönliche Privatangelegenheit.
Wir wissen nicht, und fragen auch nicht danach, was der einzelne Bruder Freimaurer glaubt.
Der Begriff des Grossen Baumeisters der Welten ist ein Symbol für ein höheres Sein.
Der einzelne Freimaurer füllt diesen Symbolbegriff für sich nach seiner jeweiligen Gottesvorstellung aus.
Sie beschreiben sich als christl. orientierten Bund. Ist damit ein klares Bekenntnis zu Gott gemeint oder steht einfach das christliche geprägte Menschen-/Weltbild dahinter?
Es gibt in der Freimaurerei eine christliche und eine humanitäre Richtung.
Vermutlich sprechen Sie mit Ihrer Frage die sogenannte christliche Freimaurerei, auch Schwedisches System genannt, an, eine Richtung, die vor allem in Norddeutschland und in den skandinavischen Ländern verbreitet ist.
Beiden Richtungen ist gemein, dass sie von ihren Mitgliedern den Glauben an ein höheres Wesen fordern, das unter dem Symbol des grossen Baumeisters der Welten verehrt wird.
Dies hat allerdings nichts mit einem religiösen Bekenntnis zu tun, sondern ist allein Ausdruck der Überzeugung, dass es neben dem sinnlich Wahrnehmbaren noch etwas Anderes geben muss, was Goethe mit dem Wort umschrieben hat, dass es Dinge gebe, die unsere Schulweisheit nicht erfasst.
Die Religion, der Glaube des einzelnen Freimaurers hingegen ist dessen rein persönliche Angelegenheit, seine absolute Privatsache.
Bei der sogenannten christlichen Freimaurerei ist dies grundsätzlich nicht anders, allerdings trägt diese Richtung dem Umstand Rechnung, dass wir in einer durch 2000 Jahre Christentum geprägten Gesellschaft leben.
So sieht diese freimaurerische Richtung in Jesus Christus ihren ideellen Obermeister und verehrt ihn als herausragenden Menschen und als grossen Religionsstifter.
Logischer Weise nimmt diese Richtung daher auch nur Männer in ihre Reihen auf, die sich als dem Christentum zugehörig verstehen, ohne allerdings einer christlichen Konfession angehören zu müssen.
Haben die Freimaurer etwas mit den Sufis (orient) zu tun?
Nein.
Unter dem Sammelbegriff Sufis haben wir es mit unterschiedlichsten religiösen Orden zu tun, die meist auf dem Boden des Islam fussen.
Da die Freimaurerei nichts mit Religion zu tun hat, gibt es selbstverständlich auch keinerlei Verbindung zu der genannten Einrichtung.
Hat die FM viel mit dem Buddhismus gemein, oder scheint das nur auf den ersten Blick?
Die Freimaurerei ist keine Religion oder Weltanschauungsgemeinschaft, daher ist sie auch nicht mit einer solchen vergleichbar.
Sicher kann man trotzdem Gemeinsamkeiten darin sehen, wenn der Einzelne dort wie hier angehalten wird, an sich zu arbeiten.
Ihre Organisation gibt es weltweit, außer in Diktaturen, im Kommunismus und im Islam. Warum möchten Sie dort keine Ableger?
Das liegt nicht an uns, sondern an den genannten Staatsformen. Diktatoren und Fundamentalisten können mit freimaurerischem Gedankengut herzlich wenig anfangen - Toleranz ist ihnen allemal zumindest suspekt.
Es gibt allerdings Ausnahmen, beispielsweise gibt es in der Türkei (Islam) und in Kuba (Sozialismus) eine geduldete und lebendige Freimaurerei.