Kulturpreis 2009 für Gidon Kremer

Am 10. Oktober ’09 wurde der KULTURPREIS DEUTSCHER FREIMAURER an Gidon Kremer, einen der größten Geiger der Gegenwart, verliehen. Dieser bedeutende Musiker und Mensch meidet spektakuläre Ereignisse und bat darum, die Verleihung unter Ausschluss einer breiten Öffentlichkeit durchzuführen. Er ist sowohl als Solist wie auch als Primarius seines renommierten Jugendstreichorchesters „Kremerata Baltica“ nur unter terminlich äußerst schwierigen Bedingungen zu erreichen, seine Tourneen sind auf Jahre festgelegt. Die Bruderschaft mag daher Verständnis dafür haben, dass die Ehrung nicht – wie sonst üblich – im Rahmen eines Großlogentages stattfinden konnte.

Es sollte sich ergeben, dass ein Konzert von Gidon Kremer mit seiner „Kremerata Baltica“ in Neuhardenberg der Großloge die Gelegenheit eröffnete, ihn dort mit dem Kulturpreis auszuzeichnen. Der Generalbevollmächtigte der „Stiftung Schloss Neuhardenberg“, Herr Bernd Kauffmann, ermöglichte als kooperativer Hausherr – begeistert vom Vorhaben der Preisverleihung – Großmeister Jens Oberheide, im klassizistischen Ambiente des Schlosses die Auszeichnung vorzunehmen. In einer freundschaftlichen, dennoch feierlichen Atmosphäre erläuterte der Großmeister dem Auditorium und der Presse die Intentionen der Großloge. Frau Prof. Dr. Elke Liebs – sie lehrt an der Universität Potsdam – würdigte in ihrer bewegenden Laudatio den großen Geiger. Dann erfolgte die Preisübergabe. In der Urkunde lautet die Preisbegründung:

In Würdigung seiner besonderen Verdienste und seines herausragenden kulturellen Engagements in der völkerverbindenden Sprache der Musik verleiht die Großloge ihren Kulturpreis an Gidon Kremer als einem überzeugten Weltbürger und grenzüberschreitenden Wanderer „zwischen Welten“.
Es ist ihm dabei wichtig, das Freiheitliche, Eigenständige, Unverwechselbare nicht nur in seiner großartigen Musikinterpretation zu verwirklichen, sondern auch im persönlichen Lebensstil.
Aus eigener Erfahrung weiß er, wie gefragt Persönlichkeitswerte sind, wenn sie sich rigiden Gesetzen nicht beugen, sondern sich unbeirrt an den humanistischen Idealen des Miteinanders orientieren.
In diesem Sinn entspricht Gidon Kremer freimaurerischer Geisteshaltung, und wir fühlen uns mit ihm verwandt.

Sichtlich zutiefst gerührt, nahm Gidon Kremer die Ehrung entgegen und dankte in seiner spontanen Rede dem Großmeister für die – nach seinen Worten – hohe Auszeichnung. Dann zog er sich unter nicht endenwollendem Beifall zurück, um sich auf das Abendkonzert in der Schinkel-Kirche von Neuhardenberg mit seinem Streichorchester vorzubereiten.

Die Preisverleihung ist mit einem Zweieinhalb-Minuten-Beitrag über alle deutschen dritten Fernsehprogramme ausgestrahlt worden.

Weitere Informationen und Fotos im PDF-Format [HIER].

[Text und Fotos: Hartwig Kloevekorn]