Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland (AFuAMvD)

40 Jahre Frauen-Großloge von Deutschland

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40 Jahre Frauen-Großloge von Deutschland

Von Helga Widmann

Beeindruckend sei die hohe Teilnahmequote der Mitgliedslogen beim Großlogentag der Frauen-Großloge von Deutschland (FGLD). Bei einer deutlich geringeren Anzahl von Logen in der FGLD sei die Zahl der Anwesenden vergleichbar mit dem Großlogentag der Großloge AFuAMvD, so der spontane Kommentar des Großmeisters der Großloge AFuAMvD, Stefan Kunnert, die er seinem Grußwort voranstellte.

Beeindruckend war auch die Anzahl der Gäste aus den Obödienzen, mit denen die FGLD freundschaftlich im CLIMAF (Centre de Liaison International de la Maçonnerie Féminine) verbunden ist. Dazu gehörten die Vertreterin des CLIMAF, Annie Ladame, Altgroßmeisterin der Schweizerischen Frauengroßloge, die amtierende Großmeisterin der GLFS, Pascale Splawski, sowie Beatrice Müller, Auslandsdelegierte der GLFS. Des Weiteren konnte die Großmeisterin der Frauengroßloge von Belgien in Begleitung von Geneviève Belva, Grand Tyler der GLFB, begrüßt werden und mit ganz besonderer Freude Kris Dejonkhere, Alt-Großmeisterin der GLFB und Alt-Präsidentin des CLIMAF, zu der seit Jahren besonders intensive freundschaftliche Beziehungen bestehen. Aus der Türkei war die Großkanzlerin, Eti Mizrahi angereist, aus Paris Claire Laterza, die stellvertretende Auslandsdelegierte der Grande Loge Féminine de France.
Wertschätzung der Vielfalt und ein realistischer Blick auf die Gegenwart und Zukunft — so der Zugeordnete Großmeister der Vereinigten Großlogen von Deutschland, Frank Mielke, in seiner Ansprache — seien jene zeitlosen Forderungen nach einer lebendigen, mit den Ansprüchen der Zeit und der Lebenswirklichkeit verknüpften freimaurerischen Arbeit.

Voller Freude konnte Großmeisterin Antje Hansen zum Auftakt der Jubiläumsfeier sagen: „Wir Freimaurerinnen haben in den zurückliegenden Jahrzehnten eine starke und eigene Tradition entwickelt. Wir haben alle, unterschiedlich lang und an unterschiedlichem Ort, daran mitgebaut. In die Freude über das Erreichte schließen wir die dankbare Erinnerung an alle Schwestern ein, die uns in den ewigen Osten vorausgegangen sind und deren Bau wir heute weiterführen.“

Sie erinnerte daran, dass in diesem Jahr nicht nur die Großloge 40-jähriges Bestehen feiere, sondern auch die Loge „Tusculum“ Nr. 2 in Düsseldorf und die Loge „Unter dem Regenbogen“ Nr. 3 in Wetzlar. Beide wurden am ersten Juni-Wochenende 1982 installiert. Dies ermöglichte den Schwestern noch im gleichen Jahr die Gründung der Frauen-Großloge, damals unter dem Namen „Zur Humanität“.

Ein besonderes Augenmerk legte die Großmeisterin in ihrer Ansprache auf die Rolle der Brüder, vor allem der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland: „Sie haben unseren Bau von Beginn an kräftig unterstützt und ihr Anteil an unserem Werden und Wachsen ist groß. Nicht erst seit 1982. Bereits unsere erste Loge in Berlin, 1949 gegründet und zuerst Zirkel, dann Kapitel genannt, stand unter dem Schutz der Distriktloge Berlin der Alten und Angenommenen Freien Maurer.

Fast 30 Jahre lang blieben die Berlinerinnen für sich. Im Jahr 1976 wandten sich freimaurerisch interessierte Frauen aus Düsseldorf und Wetzlar an die Freimaurerinnen in Berlin. Im Herbst 1977 wurde von den Brüdern auf dem Distriktmeistertag in Berlin beschlossen, dass dieses Kapitel weitere freimaurerische Vereine in Westdeutschland gründen könne, die sich ebenfalls unter den Schutz der jeweiligen Distriktloge zu stellen hätten und nach dem Muster des Berliner Kapitels arbeiten sollten. So geschah es in Nordrhein-Westfalen und Hessen und 1982 konnte das Licht eingebracht werden.“

Im vergangenen Jahr wurde die 33. Loge des Bundes in Arbeit gesetzt. Wie geht es weiter? Antje Hansen erklärte mit einem Schalk im Augenwinkel: „Ich habe es errechnet: Die zahlenmäßige Entwicklung von 1982 bis heute habe ich aufgetragen und dann nach einer Funktion gesucht, die diese Entwicklung möglichst gut beschreibt. Nach dieser Kurve werden wir 2030 40 Logen haben. Doch Scherz beiseite, die Zukunft lässt sich nicht berechnen, sie ist unkalkulierbar. Fakt ist, die Zahl der Logen ist kräftig gewachsen. Es ist unser Ziel, mehr Frauen in allen Regionen Deutschlands das freimaurerische Arbeiten zu ermöglichen. Doch Wachstum hat auch seine Risiken und schmerzt mitunter. Es wird eine Aufgabe sein, die Entwicklung unserer Großloge klug zu gestalten. Wie können wir als Verband autonomer Logen ein aktives Miteinander gestalten? Wie können wir den Austausch fördern? Wie entwickeln sich Strukturen, den Verband zu verwalten? Was muss unbedingt gewährleistet sein und wo ist eine Administration nicht notwendig? Es ist eine Binsenweisheit, dass Administration sich von selbst vermehrt. Wie gestalten wir ein fröhliches Miteinander? Damit müssen wir heute anfangen.“

Soll sich die Erfolgsgeschichte der FGLD fortsetzen, dann ist das tatsächlich nur in einer unermüdlichen Arbeit von Schwestern für Schwestern möglich, wie es sich dementsprechend auch wieder in der Gestaltung der Jubiläumsfeier zeigte:

Exponate aus Logengründungszeiten, Präsentationen besonderer Logenarbeit, Filmbeiträge und der Festvortrag von Alt-Großmeisterin Helga Widmann mit dem Thema „Mensch-Sein ist ein offenes Projekt — daran muss gearbeitet werden“ machten die Vielfalt und Bandbreite der Arbeitsformen in der FGLD sichtbar und konnten zugleich als Impulse zur Weiterarbeit wieder mit in die Logen und die Zukunft genommen werden.

Neues Großbeamtinnenteam gewählt

Vor der Jubiläumsfeier war den Vertreterinnen der Logen am Vormittag des 2. Juli 22 allerdings noch ein großes Stück Arbeit abverlangt worden, denn in der diesjährigen Jahreshauptversammlung standen wieder Neuwahlen für das Großbeamtinnenteam an.  Neue Großmeisterin für die kommenden drei Jahre ist nun Franka Dewies-Lahrs, Altstuhlmeisterin der Münchner Loge „Stella Luminis“. Für die unmittelbare Zukunft wünschte Antje Hansen „den Schwestern, die wir heute gewählt haben und morgen als Großbeamtinnen einsetzen werden, von Herzen eine glückliche Hand und viel Erfolg zum Wohle der Logengemeinschaft der FGLD!“