Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland (AFuAMvD)

Bertini-Preis für junge Menschen mit Zivilcourage

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Es ist schon eine Tradition: zum 24. Mal wurden Hamburger Jugendliche am 27. Januar, dem internationalen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus, mit dem Bertini-Preis ausgezeichnet.

Von Andreas Bolte

Benannt ist der Preis nach Ralph Giordanos Roman "Die Bertinis", in dem er seine Erlebnisse in der Nazizeit verarbeitete. Gewürdigt werden Schülerinnen und Schüler, die sich gegen Unrecht, Ausgrenzung oder Gewalt einsetzen, an die Opfer des Holocaust erinnern oder sich gegen rassistisch motivierte Gewalt einsetzen. Zu den Förderern des Preises zählen auch Hamburger Freimaurer.

Ausgezeichnet wurde eine Kampagne „Wir geben euch nicht ab“ der Nelson-Mandela-Schule, die sich gegen die drohende Abschiebung einer Mitschülerin und deren Familie richtet. Der Fall liegt der Härtefallkommisison vor und wurde schon mehrfach vertagt. Nun wurden Unterschriftenlisten erstellt und dem Landesschulrat Altenburg-Hack übergeben. Eine Entscheidung steht weiterhin aus. Der NDR berichtete.

Prämiert wurde auch das Theaterprojekt „Menschsein ist eine Entscheidung – Du hast die Wahl“ des Alexander-von Humboldt-Gymnasiums. Es erinnert an die rassistisch motivierten Anschläge in Kassel, Halle und Hanau, bei denen auch der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübke ermordet
wurde. Er hatte sich für eine humane Flüchtlingspolitik eingesetzt. Der NDR berichtete.

Einen Preis erhielt die Ilse-Löwenstein-Schule mit dem Projekt „Gegen das Vergessen“. Die jüdische Namensgeberin wurde als Siebzehnjährige deportiert und 1941 in Minsk ermordet. Immer am 21. September, dem Geburtstag von Ilse Löwenstein, erinnert die Schule an dieses Ereignis mit dem „Ilse-Tag“. Dieses Mal wurden ein Podcast, zwei Videos und eine Ilse-Challenge initiiert und die Schulgemeinschaft zur Teilnahme eingeladen. Der NDR berichtete.

Ebenfalls prämiert wurde das Friedrich-Ebert-Gymnasium mit dem Projekt „Child Survivor Marione Ingram“. In ihrem Theaterstück wird die Kindheit der Jüdin Marione Ingram gezeigt, die den Holocaust überlebt hat und heute mit 86 Jahren in Washington lebt. Es wurde in eine Film-Collage umgewandelt. Außerdem wurde auf Grundlage von Ingrams Buch „Kriegskind“ eine kommentierte und gestaltete Schulbuchausgabe entwickelt. Höhepunkt war sicher ein Video-Meeting mit Frau Ingram. Der NDR berichtete.

Die Preisverleihung wurde wegen Corona verschoben und findet am Sonntag, der 8. Mai 2022, um 12.00 Uhr statt. Freimaurische Förderer sind die Absalom Stiftung, die Logen Roland, St. Georg zur grünenden Fichte und Zu den drei Rosen.

Weitere Informationen: https://bertini-preis.hamburg.de/