Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland (AFuAMvD)

Ein sympathischer Bösewicht

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Ein sympathischer Bösewicht

Von K.S.

riva Verlag, München, 2020
ISBN 978-3-7423-1215-0
224 Seiten, Hardcover
19,99 EUR

Der „Bösewicht“ der Nation ist im wahren Leben ein überaus freundlicher und liebenswerter Zeitgenosse – und ein Bruder Freimaurer. Doch wer fast 30 Jahre lang eine Rolle spielt und damit wochentäglich ein großes Fernsehpublikum anzieht, hat eben sein Image weg, und die Grenzen zwischen der tatsächlichen Person und dessen filmischem Alter Ego verschwimmen für viele Fans und Zuschauer. Der Schauspieler Wolfgang Bahro wird häufig auf der Straße angesprochen als Anwalts-Fiesling Dr. Jo Gerner, als der er in der Daily Soap „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ auf dem Privatsender RTL zu sehen ist. Seit über 7.000 Folgen. Damit ist Br. Wolfgang Bahro der längstgediente Serienstar des Landes. Jetzt feierte er seinen 60. Geburtstag und hat seine Autobiografie aufgeschrieben, gemeinsam mit dem Journalisten Andreas Kurtz. Natürlich ist es vor allem ein Buch für seine vielen Fans geworden, die ihn in der Rolle lieben und die den Schauspieler dahinter kennenlernen wollen. Deshalb umfasst die Autobiografie mit dem Titel „Immer wieder Gerner“ vor allem Schnurren aus dem Drehalltag bei „GZSZ“, auch Biografisches aus der Kindheit, die Anfänge als Schauspieler, zahlreiche Begegnungen mit anderen Prominenten und ein wenig Privates zu Familie und Hobbys. Alles sehr kurzweilig, unterhaltsam und sympathisch aufgeschrieben. Das Außergewöhnliche an dem Buch: Es gibt ein Kapitel mit der Überschrift: „Wie ich zu den Freimaurern kam und warum ich blieb.“ Darin erzählt Br. Wolfgang Bahro, wie ein in London erworbenes Schmuckstück ihn zur Freimaurerei führte: „Ich empfand diese Atmosphäre und auch den höflichen Umgang miteinander als sehr angenehm“, schreibt er über seine erste Begegnung bei einem Gästeabend. Und elf Jahre nach seiner Aufnahme resümiert Br. Wolfgang Bahro: „Natürlich kann man vieles bei den Freimaurern fragwürdig und merkwürdig finden. Aber ich bin mir sicher, dass mich diese Gemeinschaft in meinem Glauben an die Toleranz, die Würde des Menschen und die menschliche Vielfalt weiter bringen kann als jede Religion oder politische Partei.“

Einen besseren Fürsprecher für den Bruderbund, als den sympathischen Menschen, der hinter dem „Bösewicht der Nation“ steckt, kann es kaum geben.

Dieser Beitrag stammt aus dem Heft 6-2020 der HUMANITÄT, dem deutschen Freimaurer-Magazin. Das Heft kann bei der Kanzlei abonniert werden.