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Freimaurer engagieren sich weiterhin mit voller Kraft für Ukraine-Hilfe

Zerstörte Fahrzeuge und Gebäude (Foto: burnstuff2003 | stock.adobe.com)

Bislang konnten deutsche Freimaurer, ausgehend von einer Nürnberger Initiative, eine Vielzahl an Hilfsgütern in die Ukraine schaffen. Es wird nach wie vor große Hilfe benötigt.

In den vergangenen acht Wochen hat der Zusammenschluss aus Freimaurern verschiedener Logen, Ehefrauen, Freunden erhebliche Transporte verwirklichen können: vier 40-Tonner Lkws mit ca. jeweils 20 Tonnen Zuladung, Großkücheneinrichtungen für die Versorgung von Binnenflüchtlingen in Lemberg sowie weitere Hilfsgüter, wobei die ukrainische Großloge mit der Logistik unterstützt hat; eine Spende von Großkücheneinrichtungen aus Schweden, die über das Lagerhaus eines Bruders aus Warschau nach Lemberg gebracht wurden, sowie vier Sprinter-Ladungen mit zivilen und medizinischen Gütern.

Die Transporte wurden von Brüdern verschiedener Logen gemeinsam koordiniert und organisiert. Zwei Logistiker aus Nürnberger Logen sowie ein profaner Logistiker haben die Koordination der großen Transporte übernommen und gemeinsam mit den Mitgliedern unserer Aktion professionell durchgeführt. Alle über die freimaurerische Aktion laufenden Lieferungen werden entweder an die ukrainische Großloge oder spezifisch an einen Freimaurer in Lemberg geliefert, zum Teil für feste Zieladressen in der Ukraine (etwa Krankenhäuser in Dnipro, Irpin, Stavy, Fastiw) oder zur selbstständigen freien Verteilung. Wir arbeiten nach wie vor „von Bruderhand zu Bruderhand“, und freuen uns über eine enge Verzahnung mit in Deutschland lebenden Ukrainern. Auch diese leisten Enormes. Gemeinsam mit deren Netzwerken konnten wir einen 25-Tonnen-Transport mit medizinischen Gütern für Lemberg, Dnipro, Chmelnitzk, Kiew, einen 12-Tonnen -Transport aus der Stadt Stein für Charkiw, Czernowitz, Kiew, einen 3-Tonnen-Transport von der Stadt Stein nach Odessa, vier kleinere Lieferwagen (ca. 4 Tonnen) für Kiew, Summi, Czernowitz sowie
vier Geländewagen in die Ukraine bringen.

Derzeit befinden sich in Deutschland noch weitere gespendete Großkücheneinrichtungen, die auf ihren Transport warten. Hierfür organisieren wir bereits den nächsten Transport. Insbesondere unser Großküchenplaner setzt sich in diesem Bereich enorm ein und versetzt Berge (und Küchenteile) mit beeindruckender Tatkraft. Ein weiterer Transport mit Medikamenten und medizinischer Ausrüstung für die Akutbehandlung von Verletzten wird von unseren in Deutschland lebenden ukrainischen Freunden organisiert, den wir ebenfalls mit ausstatten.

Aus dem Kreis der helfenden Brüder und Schwestern erreichen die Initiatoren immer wieder positive Nachrichten: So haben unter anderem die Mitarbeiter eines Unternehmens, das Großküchenteile gespendet hat, unternehmensintern eine zusätzliche Spendensammlung durchgeführt, die von der Geschäftsleitung auf ca. 4.000 Euro aufgestockt wurde. Weitere Brüder und ihr Netzwerk haben aus dem privaten und unternehmensinternen Bestand Gehwagen und Rollstühle gespendet, nachdem wir hierzu einen konkreten Bedarf aus der Ukraine mitgeteilt bekommen haben. Mitglieder unserer Koordinationswebseite schicken regelmäßig Pakete mit Verbandskästen und medizinischen Spenden an die Logenhäuser in Fürth und Nürnberg. Andere wiederum organisieren eigene Unterstützungsaktionen, unabhängig von uns. Es tut gut zu sehen, dass viele kleine Aktionen letztlich zusammengenommen eine große Hilfe bedeuten können.

Die Fürther und Nürnberger Brüder haben eine weitere Partnerschaft mit einem in München ansässigen ukrainischen Verein initiiert, der von einem Medizinstudenten mitgegründet wurde. Ihm haben wir Zugang zu unserem Beschaffungsnetzwerk eröffnet, damit sie ihren Bedarf an medizinischen Gütern zu günstigeren Konditionen decken können.

Leider nehmen die Spenden ab

Wie erwartet ist der (Geld-)Spendeneingang nahezu zum Erliegen gekommen. Das betrifft nicht nur uns, sondern auch die generelle Hilfsbereitschaft für die Ukraine. Laut ukrainischen Brüdern sind die Hilfslieferungen stark zurückgegangen, sowohl solche aus dem Ausland als auch die innerhalb der Ukraine. Unsere masonische Aktion ist eine der wenigen verbliebenen und regelmäßig liefernden Unterstützungsaktionen. Da wir mit unseren früheren Updates nur einen Bruchteil der deutschen Freimaurer/-innen erreicht haben, möchte ich an dieser Stelle erneut um eure Großzügigkeit werben. Die Dinge, die man selbst nicht zu Hause hat, kann man bei den entsprechenden Einrichtungen (in der Aufzählung in Klammern angeben) anfragen und um eine Spende für die Ukraine bitten. Hier ist Eigeninitiative gefragt und hat sich erfahrungsgemäß ausgezahlt.

Der Bedarf ist weiterhin groß

Die Initiatoren rufen auf, auch weiterhin zu unterstützen. Die Not in der Ukraine ist nicht kurzfristig zu lindern; ein Ende des Krieges ist derzeit nicht in Sicht und auch danach wird der Bedarf in dem zerstörten Land enorm sein.

  • Es werden medizinische Hilfsmittel für Kriegsversehrte gesucht: Rollstühle, Gehhilfen, Rollatoren, Gehstöcke/Krücken, Rollstuhl-WCs, Orthesen und dergleichen (anzufragen in: Alten- und Pflegeheimen, Reha-Einrichtungen, Krankenhäusern, im privaten Umfeld),
  • KFZ-Verbandskästen: eigene alte Verbandskästen spenden, oder am Arbeitsplatz und in der Nachbarschaft sammeln. Diese können von allen Brüdern und Schwestern  ins eigene Logenhaus gebracht werden und von dort als Paket gesammelt an das Logenhaus Fürth versandt werden.
  • Medikamente und Medizinprodukte: verzichtbare, abgelaufene oder in Kürze ablaufende Medikamente und Medizinprodukte jeder Art (anzufragen in: Arztpraxen, medizinischen Versorgungszentren, Kliniken / Krankenhäuser, unverbrauchte, gerne schon angebrochene, Medikamente aus dem eigenen Umfeld),
  • zivile Güter des täglichen Bedarfs für Binnenflüchtlinge und Menschen, deren Häuser und Wohnungen zerstört wurden: Hygieneartikel (Seife, Shampoo, Duschgel, Rasurbedarf, Handtücher), Windeln, Matratzen, Schlafsäcke und -matten, Lampen (batterie- oder akkubetrieben), Powerbanks und Ladegeräte, alte Laptops/PCs, und dergleichen (anzufragen als Spende bei: Händlern/Discountern, Großhändlern, Hotels, im privaten Umfeld oder alte Militärbestände, die nicht mehr gebraucht werden),
  • haltbare Lebensmittel: Reis, Mehl, Zucker, Instant-Mahlzeiten, Tütensuppen, Biskuits, Müsli, Nudeln/Pasta, Dosenfleisch, haltbares Brot/Knäckebrot, Öl, Babynahrung (gerne auch MHD-Ware, die kurz vor oder nach Ablaufdatum ist). Wir suchen für jedes Lebensmittel Mengen im Bereich mehrerer Hundert Kilogramm, aber jede Menge ist willkommen. (anzufragen bei: Herstellern, Großhandel, Firmen, die mit Überproduktionen handeln, Firmen, die Lebensmittel recyceln).

Neben den Sachspenden sind die Akteure für viele medizinische Güter weiterhin auf Geldspenden angewiesen, um unsere Arbeit fortzusetzen. Die meisten medizinischen Güter müssen wir nach wie vor einkaufen, die Krankenhäuser haben ihre Möglichkeiten bereits zu Kriegsbeginn ausgeschöpft.

Unter den nachfolgenden Mailadressen kann Kontakt aufgenommen werden, Geldspenden können an die folgenden Bankverbindungen überwiesen werden:

Logenhaus Nürnberg
Anschrift: Hallerwiese 16a, 90419 Nürnberg
Ansprechpartner: Br.·. (RA) Constantin Freiherr von Stockmar – von Wangenheim
0172-2145486, logenmeister@loge-nuernberg.de


Logenhaus Fürth
Anschrift: Dambacher Straße 11, 90763 Fürth
Ansprechpartner: Br.·. (Dr. med.) Karl Quint
0163-6860440, karl.quint@quint.healthcare

Hugo Auvera Stiftung (der Johannisloge Albrecht Dürer)
IBAN: DE22 7602 0070 1560 3279 90
BIC: HYVEDEMM460
Kreditinstitut: UniCredit Bank Nürnberg
Verwendungszweck (zwingend notwendig): “Ukraine-Hilfe”
Über dieses Konto können Spendenquittungen ausgestellt werden. In diesem Fall bitte bei der Überweisung um die Angabe der vollständigen Anschrift. Die Spendenbescheinigung wird ohne weitere Aufforderung automatisch an den Spender versendet.


Johannisloge zur Gralsburg
IBAN: DE48 7608 0040 0104 9689 01, BIC: DRESDEFF760
Kreditinstitut: Commerzbank Nürnberg
Verwendungszweck: “Ukraine-Hilfe” 
Über dieses Konto können keine Spendenquittungen ausgestellt werden.