Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland (AFuAMvD)

Ketten- und andere Sprüche

Ketten- und andere Sprüche der Freimaurerloge Akazia Winterthur

Loge Akazia (Hrsg.)

Erschienen im Salier-Verlag, Leipzig

288 Seiten, Format 13 x 21 cm, Hardcover mit Fadenheftung, ISBN 978-3-96285-051-7, 22,95 €

Schon in den Anfängen der Freimaurerei wurde die Bruderkette geschlossen, aber nicht bei der Tempelarbeit, sondern beim Brudermahl. Dazu sang man das "Kettenlied", das bei den operativen Maurern seit 1650 in Gebrauch war.

Dass die Loge "Akazia" das berühmte Kettenlied seit ihrer Gründung 1820 pflegte und zu einem festen Bestandteil der Tempelarbeiten machte, belegen die etwa 140 Kettenliedersprüche, Gebete und rituellen Texte, die Logenarchivar Kurt Kübler aus einer vergilbten und zerknitterten Hülle förderte.

Das Gute nicht nur ehren; nein — entfalten!
Das Schöne nicht nur lieben, nein — gestalten!
Das Wahre nicht nur schauen, nein — verbreiten!
Dazu soll in der Loge sich bereiten
Wer sich als ächter Bruder will bekunden.
Zu solchem Wirken sei er stets verbunden!
Nicht soll er jemals Truggebilde schaffen,
Nicht dienen eitlem Flittertand,
Er Schwing des Geistes mächt’ge Waffen,
Bewahre treu des Bundes Pfand.
So wird die Meisterschaft errungen
Der wahre Maurer, frei und kühn;
So wird im herrlichen Gelingen
Ein reiches Leben ihm erblühen. —
Freimaurerei heißt das vereinte Walten;
Zum Bunde soll die Menschheit es gestalten,
In ihr geeint, soll Freundschaft uns umschweben
Und alle Bundesbrüder neu beleben!

Allein der beachtliche Umfang dieser Sammlung lässt darauf schließen, dass es den Brüdern stets ein Anliegen war, ihre Tempelarbeiten individuell und würdevoll zu gestalten. Die Archivare der Logen sammelten jedoch nicht nur selbstverfasstes, sondern auch Kettensprüche aus maurerischen Publikationen des gesamten deutschen Sprachraums.

Nun liegt mit dem Buch eine wertvolle Sammlung von Faksimiles und Transkriptionen vor, die der gesamten Freimaurerei helfen kann, sich selbst zu verorten. Einige der Sprüche und Gedichte wirken antiquiert, einige sind religiös eingefärbt, die Verskunst ist sicherlich von unterschiedlicher Güte, aber die Mehrzahl der Werke sind auch heute noch auf sonderbare Weise aktuell, romantisch bis modern und können vielfach nach wie vor an jeder Tafel oder Arbeit verwendet werden oder zumndest als gute Vorlagen dienen.