Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland (AFuAMvD)

Lessing mal ganz locker und lässig in der Loge Vegesack

Thomas Bierling und Gabrielle Heidelberger in ihrer unterhaltsamen Collage aus Musik, Rezitation, Theater und Kabarett Foto: Mira Urban

Thomas Bierling und seine Frau Gabrielle Heidelberger haben das 2014 erschienene Programm "Lessinglust und Lessinglieder" weiterentwickelt zu einem kleinen, kabarettistisch angehauchten Theaterstück mit Musik und Rezitation, das sich nicht nur in Logenkreisen wachsender Beliebtheit erfreut.

Nathan der Weise, Minna von Barnhelm, Emilia Galotti, das kennen wir doch alles. Aber wenn Sie meinen, Sie hätten von und über Lessing schon alles gehört, dann liegen Sie vermutlich falsch.

Wußten Sie, daß Lessing bereits in seiner Jugend lyrische Gedichte schrieb? Aufgeklärt war er auch schon früh, darum hat seine Schwester Dorothea seine allzu „frivolen Verse“ leider ins Feuer geworfen. Aber zum Glück sind viele seiner „Kleinigkeiten“ erhalten geblieben. Jede Menge „Ermunterungen zum Vergnügen des Gemüts“, wie er seine Lieder und Gedichte nannte, und die bereits zu seinen Lebzeiten von namhaften Komponisten vertont wurden. Da wurde gesoffen und geliebt, gelacht und gespottet, sowohl über das Allzu-Menschliche als auch über die großen Themen, die ihn später noch bewegen sollten.

Gabrielle Heidelberger schlüpft in diesem Programm selbst in die Rolle von Lessing, der in unsere Zeit zurückgekehrt ist. Die von Thomas Bierling neu vertonten Lieder kommen nun im jazzig-chansonesken Gewand daher. Ergänzt durch Rezitationen zahlreicher weiterer Gedichte und Texte wird daraus eine abgerundete Reflexion darüber, was sich 250 Jahre nach Lessing denn nun verändert hat – oder vielmehr, was nicht.

Thomas Bierling: Musik mit Ohrwurm-Garantie

Nach seiner klassischen Klavierausbildung wandte sich Br. Thomas Bierling recht bald dem Jazz und der Popularmusik zu. Im Laufe der Jahre hat er dann fast alles gemacht, was man als Musiker machen kann: Diverse Jazzbands, ein Tanzorchester, Kabarett- und Theatermusik. Als Komponist nimmt er neben der Ernsten Musik auch die Unterhaltungsmusik sehr ernst, wobei er diese Grenzen auch gerne überschreitet, wie z. B. in seiner kultig-schrägen Grundgesetz-Vertonung „Recht harmonisch“. Sein Spektrum reicht neben Orchesterwerken über Jazz und Chanson bis zu Pop und Easy Listening, wobei er hier eine besondere Begabung hat, regelrechte Ohrwürmer zu schreiben.

Gabrielle Heidelberger: One Woman – Many Voices

Für Gabrielle Heidelberger braucht man keine Schublade, sondern mindestens eine ganze Kommode. Das deutschfranzösische Energiebündel ist nicht nur klassisch ausgebildete Sopranistin (und eine ganz hervorragende dazu), sondern gleichermaßen im Musical und im Jazz zuhause. Und wenn sie Jazz singt, hört es sich garantiert nicht nach Oper an. Nach ihrem Studium absolvierte sie eine Meisterklasse für klassisches amerikanisches Musical. Seitdem ist sie mit ihren eigenen Bühnenprogrammen unterwegs und tritt sowohl mit Sinfonieorchestern als auch Jazzbands auf. Ihren notorischen Hang zur leichten Muse verbindet sie grandios mit ihrem komödiantischen Talent, dem sie in diesem Programm gerne freien Lauf läßt.

Freitag, 29. April 2022 um 20:00 Uhr im Logenhaus der Loge "Anker der Eintracht", Weserstraße 7, 28757 Bremen-Vegesack.