Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland (AFuAMvD)

“Neujahrs”-Empfang der Wiesbadener Loge “Plato”

Bereits Ende Juni fand der 7. Neujahrsempfang der Wiesbadener Loge „Plato zur beständigen Einigkeit“ statt. Festredner war Dr. Peter Tauber.

Wiesbaden (np). Den zahlreichen Gästen ist die Freude über die wieder mögliche Präsenz-Veranstaltung schon gleich zu Beginn im Gesicht abzulesen, war doch im Vorjahr alles nur hybrid per Videokonferenz möglich. Damals war sicherlich trotzdem eine beachtliche Resonanz erzielt worden, aber face-to-face ist eben doch etwas anderes.

Eingeleitet wurde die Veranstaltung mit Begrüßungen durch den Stuhlmeister Andreas Stetter und den Hauptorganisator der Veranstaltung Dieter Börgers, zugeordneter Stuhlmeister.

Zwei noch jugendliche Künstler aus der Wiesbadener Musik- und Kunstschule, Evita Marami am Klavier und Leo Stoll am Cello, umrahmten eindrucksvoll in ihrer Musikalität und Virtuosität alle Phasen der Veranstaltung und bestätigten damit die vielen erhaltenen hohen Auszeichnungen aus den vergangenen Jahren.

Der Wiesbadener Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende übermittelte einmal mehr das Grußwort der Landeshauptstadt – aber eigentlich noch viel mehr: Er skizzierte die Verbindung der Loge mit den Menschen der Stadt. Es sind freimaurerische Ideale, auf die man sich gerade in diesen angespannten Zeiten kriegerischer Auseinandersetzung und deren entsprechenden Folgen rückbesinnen sollte. Das war eine eindrucksvolle, viel beachtete Ansprache, wie Balsam für unsere Logenarbeit.

Danach folgte der Festvortrag des Staatssekretärs a.D. im Verteidigungsministerium, Herrn Dr. Peter Tauber, über das Thema „Krieg in der Ukraine – Was macht das mit uns?“

Es war eine höchst interessante Darstellung aus dem Blickwinkel eines Insiders und ehemaligen Repräsentanten unserer Bundesregierung, der für manchen Anwesenden auch neue Aspekte ansprach. Seine Einschätzung ist, dass der Krieg nicht schnell enden wird.

Wenn wir keine Eskalation in Europa wollen, müssen wir jetzt etwas tun, was eine echte Herausforderung darstellt, da wir unser Denken überprüfen müssen. Unser Problem ist zu erkennen, in welchen alten Mustern Putin denkt und handelt: „Er denkt wie im 19. Jahrhundert, nutzt die Mittel des 20. Jahrhunderts und führt diesen Krieg im 21. Jahrhundert.“

Und wir müssen die Kraft finden, über mehrere Themenbereiche gleichzeitig zu sprechen und Schlüsse zu ziehen. Klimawandel, Coronapandemie, Krieg und Kriegsfolgen, nichts davon wird auf uns warten. Wichtig aber jetzt ist, keines davon auf die lange Bank zu schieben.

Sein Appell: lernen wir, politisch zu priorisieren und stärken wir einander.

Schlusswort des Stuhlmeisters und ein toller musikalischer Ausklang – alles zusammen bewirkte lange anhaltenden Beifall.

Der diesjährige Festvortrag, vielfach hochgelobt, hinterließ eindrucksvolle Spuren, genau in der Weise, wie es gewollt war.