Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland (AFuAMvD)

25 Jahre Erntedankfeste in Lübeck

Altgroßmeister Stephan Roth-Kleyer (links) und Alt- und Ehrenstuhlmeister Wolfgang Rössger

Die Logen sind unterschiedlich und die Freimaurerei vielfältig. Diese Besonderheiten machen den Bund interessant. In Lübeck hat die Erntedankloge Tradition, jetzt seit 25 Jahren.

Lübeck (wm). An diesem Abend des 21. September wirkten alle teilnehmenden Brüder im würdevoll geschmückten Tempel dankbar, glücklich und begeistert. Die Loge „Weltbruderkette im Orient Lübeck“ feierte zum 25. Mal ihr „einzigartiges Erntedankfest“. In der Anwesenheit des Alt-Großmeisters unserer Großloge AFuAM von Deutschland, Bruder Stephan Roth-Kleyer, huldigten die ca. 60 Brüder der langen Tradition dieser besonderen „Jubiläumsloge“. Alt- und Ehrenstuhlmeister Wolfgang Rössger, seit einem Jahren wieder Meister vom Stuhl in Lübeck, eröffnete mit klugen und empathischen Worten den rituellen Festakt.

Das nachfolgende Erntedankritual beinhaltete viele Glücksmomente, in denen sich die anwesenden Brüder darauf besinnen konnten, dass wir alles Leben aus der Hand des Großen Baumeisters aller Welten empfangen haben. Auch Br. Wolfgang Rössger wies mehrfach darauf hin, dass Erntedank mehr ist als Blumen und Brot: „Erntedank bedeutet auch Nachdenken über die eigene Standortbestimmung“. Der Redner Br. Willy Meyer, der in seiner Festzeichnung das Thema „Erntedank und Ernteglück“ erörtete, betonte die „positive Spirale“, die die „Dankbarkeit“ auslöst und uns (zumindest) glücklicher und ausgeglichener macht. In diesem Sinne – so führte Bruder Willy aus – „ändert die Haltung zur Dankbarkeit die Blickrichtung des Herzens“.

Die Zeichnung des Redners endete mit folgender Botschaft für die anwesenden Brüder: „Das Schöne am Prinzip der Dankbarkeit ist, dass es letztlich deine freie Entscheidung darstellt, worauf du schaust: auf die Dornen oder auf die Rose!“ Dankbarkeit könnte also auch als sogenanntes „Tor zum Glück“ begriffen werden.

Jpg 4 25Jahre.Erntedank Loge Lübec

Im weiteren Verlauf des Rituals konnte der Stuhlmeister die Empfehlungen des Redners durch das Rezitieren einiger Erntedankgedichte ergänzen. Besonders beeindruckt waren die Brüder von dem kleinen Gedicht zum Getreidekorn: „Als Körnlein gesät, als Ähren gemäht, gedroschen im Takt, gesiebt und gesackt, dann hurtig und fein, gemahlen vom Stein, geknetet und gebräunt, in der Glut liegt es duftend und frisch als Brot am Ende auf dem Tisch.“ Zum Schluss wurde die Symbolik des Brotes nochmals deutlich, als das von Br. Wolfgang Rössger selbstgebackene Jubiläumsbrot vom Zeremonienmeister den Brüdern zum „Schnüffeln“ vorgezeigt wurde.

Bruder Wolfgang machte dabei deutlich, dass in der Weltbruderkette schon in den 80er- und 90er-Jahren zu Erntedank das Brot geehrt wurde. Heutzutage wird das Brot nicht nur gegessen, um Hunger zu stillen, sondern regelrecht „genossen“. Wolfgang Rössger wies am Ende der Tempelarbeit darauf hin, dass die Brüder danach eine Vielzahl von ihm und anderen Brüdern gebackene Brotsorten sehen werden – was zeigen soll, wie wertvoll unser „täglich Brot“ist. Das dem Ritual folgende „Brudermahl“ im großen Festsaal wurde sichtlich von den über 50 Brüdern genossen, denn nicht nur das Brotbuffet, sondern auch das Angebot an Kaltspeisen ließ keine Wünsche offen.