Deutsches Freimaurer-Museum Bayreuth

Das deutsche Freimaurer-Museum wurde 1902 dank der Initiative des Buchhändlers Georg Niehrenheim, Mitglied der Loge "Eleusis zur Verschwiegenheit" i.Or. Bayreuth, gegründet. Diese Loge genoss ein hohes Ansehen unter den Freimaurern in ganz Deutschland, konnte sie doch ihre Gründung auf den Markgrafen Friedrich von Brandenburg-Bayreuth mit dem Stiftungsdatum 1741 zurückführen. Der Markgraf, verheiratet mit der Lieblingsschwester des späteren Preußenkönigs Friedrichs II., wurde selbst ein Jahr zuvor von seinem Schwager in Schloss Rheinsberg zum Freimaurer aufgenommen.

 

Ein Ölgemälde dieses Aufnahmezeremonials von 1740 befand sich im Besitz der Bayreuther Loge und sollte für Georg Niehrenheim zum Auslöser seiner gefassten Museumspläne werden: Er ließ Öldrucke dieses Gemäldes herstellen und sandte diese Reproduktionen an alle Logen in Deutschland mit der Bitte, ihm im Gegenzug jeweils ein Logen-Bijou zu überlassen. Diese einfache, aber geniale Idee fand großen Anklang und hatte einen entsprechenden Rücklauf - es entstand eine repräsentative Sammlung, die im Hause der Bayreuther Loge ausgestellt wurde und damit als das Fundament für das Freimaurer-Museum betrachtet werden darf.

 

Der Bayreuther Nervenarzt und Logenbruder Dr. Bernhard Beyer konnte als Nachfolger von Georg Niehrenheim 1913 den Ausbau des Museums systematisch vorantreiben. Es gelang ihm, die mittlerweile umfangreiche Sammlung neben einer Bibliothek von über 9.000 Bänden zur drittgrößten ihrer Art auf der Welt auszubauen. Mit dem Freimaurerverbot 1935 durch die Nazi-Diktatur gingen bei der Plünderung des Museums durch die SA unersetzliche Werte für immer verloren.

 

Nch 1945 beschloss Dr. Bernhard Beyer den Wiederaufbau mit Unterstützung des Großmeisters Dr. Theodor Vogel - jetzt als Einrichtung der Großloge. Wiedergutmachungsgelder, Spenden der Logen, Rückführungen von Exponaten aus den NS_Depots durch sogenannte "Kunst"-Offiziere der englischen und amerikanischen Besatzungszonen etc. führten zu einem ansehnlichen Grundstock der Nachkriegssammlung im Freimaurermuseum Bayreuth. So hinterließ der Museumsdirektor Bernhard Beyer seinem Nachfolger Heinrich W. Lorenz 1967 ein geordnetes Haus mit einer inzwischen wieder viel beachteten Sammlung.

 

Ihm folgte 1979 Herbert Schneider aus Hamburg, der sich große Verdienste um die Sichtung und Katalogisierung der Museumsbestände erwarb. Aus dieser Tätigkeit ergaben sich Bezhungen zur Universität Poznan, die in der dortigen Bibliothek über 80.000 Bände freimaurerischer Literatur bewahrte - eine "Erblast" von Heinrich Himmlers Beutezügen durch die damaligen deutschen Freimaurerbibliotheken. Herbert Schneider baute die wissenschaftlichen Kontakte zu einer freundschaftlichen Verbindung nach Polen aus und legte damit den Grundstein für einen späteren internationalen Austausch, aus dem 1988 die "Arbeitsgemeinschaft europäischer Freimaurer-Museen" hervorgehen sollte. In seine Zeit fiel auch die Umgestaltung des Museums im Bayreuther Logenhaus. Im Auftrage des Großmeisters Dr. Rolf Ullmann entwickelten Jens Oberheide und Hans-Joachim Jung ein didaktisches Konzept für ein öffentlichkeitswirksames Museum. Mit Unterstützung des Landes Bayern, aus Bundesmitteln und Spendengeldern wurde der Umbau finanziert. Im Juni 1986 konnte das neue Museum am alten Standort von 1902 - dem altehrwürdigen Gebäude der Loge "Eleusis" - in Anwesenheit von Presse, Funk und Fernsehen eröffnet werden. Die "Süddeutsche Zeitung" schrieb: "Der Rundgang durchs Museum ist ein Fest für die Augen."

 

DEUTSCHES FREIMAURER-MUSEUM

Hofgarten 1

95444 Bayreuth

Geöffnet Dienstag bis Freitag 10-12 Uhr und 14-16 Uhr, Samstag 10-12 Uhr, Sonntags und Montags geschlossen.

 

Internet

E-Mail

 

Nach oben